Donnerstag, Juli 20, 2017

Empörung über Schwarze Listen der Grünen wächst – News vom 20. Juli 2017

1. Nach der ausführlichen Analyse auf Genderama äußerten gestern auch eine Reihe anderer Blogs ihre Empörung über die Schwarzen Listen, die Hening von Bargen, Andreas Kemper und Elisabeth Tuider für einen Online-Pranger der Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne) angelegt haben.

Der Blogger Stefanolix erinnert in einem insgesamt lesenswerten Beitrag zunächst daran, dass vor nicht allzu langer Zeit schon einmal eine Liste, die "anrüchige rechte Websites mit bürgerlich-konservativen Medien in Verbindung" brachte, vom Netz genommen wurde, "weil sie gar zu perfide war". Danach erläutert Stefanolix, wie die Verantwortlichen des grünen Internet-Prangers aktuell mit dem liberalen Journalisten Harald Martenstein vorgegangen sind:

Die "ehrenamtlichen Autor*innen" haben aus einem alten Stand des Wikipedia-Artikels zu Martenstein selektiv alles kopiert, was GEGEN Martenstein sprechen könnte. (...) Es wurde konsequent alles weggelassen, was FÜR Martenstein sprechen könnte: positive Meinungen, Auszeichnungen, Publikationen.

(...) Harald Martenstein ist in ein- und demselbem Wiki mit der "Identitären Bewegung" aufgeführt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Mit der AfD und deren Jugendorganisation. Mit der Piusbruderschaft. Mit radikalen Abtreibungsgegnern. Es gibt zwischen den genannten Organisationen und Martenstein ganz sicher weit mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten.

Die Haltung der Organisationen und Personen in diesem Wiki reicht von strikter Ablehnung bis hin zur strikten Befürwortung der Gleichberechtigung. Ohne eine seriöse Einstufung der Organisationen und Personen in Bezug auf diese entscheidende Frage ist das Wiki folglich völlig wertlos.

Es gibt keine Systematik. Es sind keine wissenschaftlichen Kriterien für die Aufnahme von Personen und Organisationen erkennbar. Es ist auch keine seriöse Arbeitsweise erkennbar: Selektives Kopieren aus einem alten Wikipedia-Artikel wie im Fall Martenstein würde man nicht einmal Schülerinnen und Schülern durchgehen lassen.

Es kann nur zwei Konsequenzen geben: Entweder das Wiki wird sofort als Ganzes vom Netz genommen. Oder es werden so harte Kriterien angelegt, dass darin ausschließlich eindeutige Gegner der Gleichberechtigung auftauchen. In der aktuell vorliegenden Form ist es einfach nicht akzeptabel.


Auf der Website "Tichys Einblick" kritisiert Alexander Wallasch die "grünen Rufmörder" und ihre "faschistoid anmutende Schweinerei aus dem Schmuckkästchen dieses neuen deutschen Denunziantentums nach altbekannten Mustern". Auch dieser Artikel ist in Gänze lesenswert. Ein Auszug:

Ziel ist es offensichtlich, Personen, die den Machern durch von ihnen selbst behauptete "Angriffe gegen Feminismus, Gleichstellungspolitik, sexuelle Selbstbestimmung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechterforschung" auffallen, durch Verzerrung und konjunktivistische Unterstellungen unter dem Mantel eines seriös wirkenden Wikipedia-Klons zu diskreditieren, für die Debatte unglaubwürdig zu machen, als Stimmen im öffentlichen Diskurs auf Dauer auf stumm zu schalten. (...) Natürlich tauchen auf der neuen Seite Personen mit mehr als fragwürdigen Ansichten auf, aber man nutzt diese Randfiguren um den Versuch zu unternehmen, sich unliebsamer weiterer Debattenteilnehmer zu entledigen.


Wallasch wählt den Umgang des Prangers mit Birgit Kelle als Beispiel:

Schön auch Sätze wie dieser hier: "Birgit Kelle scheint enge Kontakte zu den Legionären Christi zu haben." "Scheint" ist das neue "ist". Man behauptet, was man nicht weiß und bettet es ein in Scheinwissen unter dem Deckmantel eines Wikipedi-Fake-Auftritts.

Nun könnte man Satz für Satz und Eintrag für Eintrag so fortfahren, dieses Denunziantentum in seinem ganzen Ausmaß zu dechiffrieren. Und das Ding befindet sich noch in den Startlöchern, will also ausgebaut werden. (...) Einzig die Frage bleibt noch, wie verletzt, wie enthemmt oder wie sonst was oberflächlich gebildete Menschen sein müssen, nach einer so umfangreichen Rezeption von Faschismus und Staatssicherheitssystem, wie sie uns heute zur Verfügung steht, auf diese schmutzige Weise zu agieren.


Im Anschluss an seine Analyse hat Wallasch eine Reihe von Tweets zusammengestellt, mit denen bekannte Journalisten auf diese Widerwärtigkeit reagieren.

Und schließlich widmet sich der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe dem grünen Pranger:

Ein ganzes Lexikon also für die Kritik der Kritik an feministischen Positionen. Warum ist das nötig? Für viele Menschen ist das Thema Feminismus nicht sonderlich relevant, und auch wenn immer wieder Kritik an bestimmten feministischen Positionen geäußert wird: Warum sollte diese Kritik weniger legitim sein als die an anderen politischen Positionen? Wir würden schließlich auch niemanden als "Antiliberalen" bezeichnen, nur weil er Vorstellungen der FDP kritisiert, oder Merkel-Kritiker als "Antichristdemokraten", oder gar als "Antichristen".

(...) Auch die Auswahl der vorgestellten Personen wirkt beliebig. Ein Linksliberaler wie Hoffmann steht neben Björn Höcke, der selbst in der AfD noch rechts außen agiert – der Schriftsteller Bernhard Lassahn, der vor seinen feminismus-kritischen Texten zusammen mit Walter Moers die Käpt’n Blaubär Geschichten verfasst hatte, neben Marine LePen.

Diese unstrukturierte, beliebig wirkende Mischung hat jedenfalls die Konsequenz, dass hier liberale Autoren und Rechtsaußen-Akteure unterschiedslos nebeneinander präsentiert werden – als würde jemand, der Kritik an feministischen Positionen übt, ganz gewiss auch bald fordern, auf Flüchtlinge zu schießen.

(...) Hoffmanns Vorwurf, es würde sich bei dem Lexikon eigentlich um einen öffentlich finanzierten Online-Pranger handeln, ist auch aus diesem Grund kaum von der Hand zu weisen. Eine diskreditierende Darstellung, die verfälschend oder hoch selektiv auf belastende Hinweise konzentriert ist, Kontexte außer Acht lässt und linksliberale Kritiker direkt neben Rechtsaußen-Akteure platziert: Diese Art der Darstellung kann eben nur denjenigen Betroffenen in ihrer bürgerlichen Existenz schaden, die auch unter Klarnamen bekannt sind.

Es geht den Betreiber*innen also offensichtlich darum, Kritiker einzuschüchtern – und zwar eben gerade keine Kritiker von rechtsaußen, weil die durch die gemeinsame Auflistung mit linken und liberalen Akteuren ja eher entlastet werden. Es geht um die Einschüchterung von eben solchen linksliberalen Kritikern – denn nur die können durch die beliebige Assoziation mit Rechtsaußen-Positionen ja beschädigt werden.

(...) Wie ist es schließlich gar zu legitimieren, dass hier aus der weit überlegenen Positionen eines millionenschweren, steuermittelfinanzierten Vereins einzelne Akteure gezielt diskreditiert werden, nur weil sie politisch inopportune Meinungen vertreten? Es sind immerhin meist Akteure, die meist in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen.

(...) Wenn sich daneben die immensen Summen für die parteinahen Vereine, die sich "Stiftungen" nennen, überhaupt legitimieren lassen, dann doch allenfalls als Beiträge zur Förderung eines offenen demokratischen Diskurses. Hier aber geht es zweifellos eher darum, einen solchen Diskurs zu verhindern.

(...) Die Verantwortlichen ziehen sich vor einer vermeintlich feindlichen Umwelt zurück und bieten sich gegenseitig Schutz. Vor allem achten sie darauf, dass niemand weit genug den Kopf hebt, um sehen zu können, dass da draußen gar keine feindseligen und blutdürstigen Krieger toben – sondern dass es dort einfach Kritiker unterschiedlicher politischer Lager gibt, wie das für eine Demokratie völlig normal und angemessen ist.

Wer so agiert, der ist tief in der Defensive, kann kaum noch andere Menschen gewinnen und hat Mühe, zumindest die eigenen Leute zusammen zu halten. In die Offensive kommen die Verantwortlichen nicht durch die offene sachliche Auseinandersetzung, sondern nur durch persönliche Angriffe auf Kritiker.

So handeln Menschen, die zwar finanziell und institutionell aus einer weit überlegenen Position agieren – die aber zugleich wissen, dass sie argumentativ längst auf verlorenem Posten stehen.

Was uns an Argumenten fehlt, das machen wir durch Skrupellosigkeit wieder wett: Diese Haltung kann bestenfalls noch für wahre Gläubige überzeugend sein, aber für kritische Anhänger der eigenen Partei ist sie vermutlich ebenso abstoßend wie für Menschen, die erst noch überzeugt werden müssten.

So ist diese Mischung aus Pranger, schwarzer Liste und rudimentärem Lexikon potenziell also vor allem für eine Gruppe schädlich, und dies ausgerechnet im Wahljahr: für Bündnis90/Die Grünen, die hier Steuergelder einsetzen, um demokratische Diskurse zu behindern und links-liberale politische Akteure unsachlich zu diskreditieren.


Der aktuellsten Umfrage zur Bundestagswahl zufolge hat Schwarz-Gelb übrigens inzwischen eine regierungsfähige Mehrheit. Daran haben nicht zuletzt die Grünen emsig gearbeitet.



Wir machen weiter mit genau jener Presseschau, mit der sich Genderama den denunziatorischen Hass des Genderlagers erarbeitet hat:



2. Das vor allem von der damaligen Frauenministerin Schwesig (SPD) durchgedrückte, verschärfte Sexualstrafrecht wurde von Genderama immer wieder kritisiert – auch mit dem Hinweis darauf, dass dieses Gesetz im Schnellschuss verabschiedet wurde, ohne die Ergebnisse der dafür eingesetzten Expertenkommission abzuwarten. Jetzt liegt dieser Abschlussbericht vor, und er ist so vernichtend, wie man das erwarten durfte:

Die Experten bedauern, "dass die Änderungen in großer Eile herbeigeführt" wurden. Der Paragraf 177 im Strafgesetzbuch – sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung – sei "überfrachtet" und entspreche nicht "den rechtsförmlichen Vorgaben einer guten Gesetzgebung". Die Nötigungs- und Übergriffstatbestände sollten besser separat behandelt und die Praxis der "Nein-heißt-Nein"-Lösung kritisch begutachtet werden. Noch härter ins Gericht geht die Kommission mit dem neu geschaffenen Paragrafen, der Straftaten aus Gruppen ahnden soll.


Die Experten empfehlen deshalb eine "Reform der Reform".



3. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, verhandelt das Landesverfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommern heute über die Verfassungsbeschwerde eines Beamten, der sich durch das Landesgleichstellungsgesetz benachteiligt sieht:

Der Mitarbeiter des Bürgerbeauftragten des Landes kritisiert, dass nur weibliche Beschäftigte aus ihrem Kreis eine Gleichstellungsbeauftragte wählen dürfen. Dies verstößt seiner Meinung nach gegen das Grundgesetz und die Landesverfassung, die die Gleichstellung von Frau und Mann garantierten.


Laut einer anscheinend noch unveröffentlichten, ausführlichen Agenturmeldung, die mir zugespielt wurde, ist ein Urteil auf diese Klage noch nicht zu erwarten. Die Meldung zitiert den Linken-Landtagsabgeordneten Peter Ritter mit folgenden Worten: "Ich finde es fatal, Männern dieses Wahlrecht zu versagen." Die Regierungsparteien CDU und SPD hielten aber an der aktuellen Regelung fest. So argumentiere die CDU-Politikerin Maika Friemann-Jennert, es gebe noch immer strukturelle Benachteiligung der Frauen und es sei ihr Wunsch, dass sie allein die Gleichstellungsbeauftragten wählen



4. Nur mal zur Auflockerung zwischendurch: Was macht eigentlich mittlerweile Lann Hornscheidt?



5. In den letzten Jahren wurde immer wieder mal darauf hingewiesen, dass Herzerkrankungen bei Frauen unter- oder spätdiagnostiziert seien, was (natürlich) mit einer Diskriminierung durch Mediziner in Verbindung gebracht wurde. Jetzt zeigt sich: Frauen achten weniger auf ihr Herz – "und zwar nicht nur bei der Vorsorge, sondern auch im Notfall". Insofern liegt der Grund für eine späte Diagnose weniger in einer patriarchalen Unterdrückung als im Verhalten von Frauen selbst:

Bei einem akuten Herzinfarkt beispielsweise, bei dem jede Minute zählt, rufen Frauen im Schnitt eine Stunde später Hilfe als Männer. Und liegen damit um eine Stunde später auf dem Operationstisch. "Aus für mich nicht ganz nachvollziehbaren Gründen", sagt Andrea Podczeck-Schweighofer.




6. In Großbritannien sorgt die Entscheidung, Jungen von der Impfung gegen krebserregende HPV-Viren auszunehmenn, für Kritik. Die BBC berichtet.



7. Erneut belegt eine aktuelle Untersuchung, dass Männer genauso häufig online belästigt werden wie Frauen. Für das liberale Magazin Reason legt die Equity-Feministin Cathy Young einen wie bei ihr üblich ausgesprochen gelungenen Artikel über diese Studie vor:

A new study released by the Pew Research Center supports what some of us have argued all along about online harassment: that it affects men as much as women and that the problem should not be framed as a gender issue — or defined so broadly as to chill legitimate criticism.

If anything, the study says, men tend to get more online abuse than women, including serious abuse such as physical threats (though women are, predictably, more likely to be sexually harassed). However, when people are asked about free speech vs. safety on the internet, women are more likely to come down on the side of the latter. Thus, it is very likely future efforts at speech regulation will continue to be cast as "feminist" initiatives.

(...) A basic premise of these discussions has been that women, especially outspoken women, are specifically and maliciously targeted for hate, abuse, and threats; many feminists have claimed internet misogyny is the civil rights issue of our time.

(...) Few will be surprised to learn that women under 30 were substantially more likely than their male peers — 53 percent vs. 37 percent — to report receiving unsolicited sexually explicit images. But in a more counterintuitive finding, men in that age group were more likely than women — 14 percent vs. 10 percent — to say that explicit images of them had been shared online without their consent. (For those 30 and older, the figure was 5 percent for both sexes.)

This differs sharply from feminist scholars' claims that 90 percent of so-called "revenge porn" targets women, a figure based on a self-selected and mostly female sample. But it supports a 2013 study by McAfee Security in which men were more likely to report both being threatened with having intimate photos of them posted online and actually having such photos posted.

(...) And all the dramatic claims about the terrible hardship of being a woman on the internet with an opinion? Entirely wrong: men in the Pew survey were almost twice as likely as women (19 percent vs. 10 percent) to say they had been harassed online due to their political opinions.

(...) There is really no way to massage the Pew data to fit the women-as-victim narrative — but some tried. Gizmodo's Bryan Menegus simply misstated the findings, asserting that although men are targeted more overall, "women — especially young women — make up an outsized proportion of users who experience the most severe forms of harassment, like stalking and threats." Vox's Aja Romano wrote that "more severe harassment disproportionately affects younger internet users, women, and people of color."

But the dishonest reporting prize goes to Slate's Christina Cauterucci, who cherry-picked the few numbers showing worse harassment of women, ignored the ones showing equal or worse abuse of men, and finished by upbraiding males for not taking online harassment seriously. Headline: "Four in 10 People Get Harassed Online But Young Men Don't Think It's a Big Deal, Says New Survey."


Männer scheinen im Schnitt einfach härter im Nehmen zu sein als Frauen:

56 percent of men opted for more freedom, two-thirds of women for more safety. (...) It is (...) likely that women's views of the issue are influenced by the false perception that women are singled out for constant and vicious abuse on the internet.

The Pew report points out that online harassment is, to a large extent, a subjective concept. Even something as ostensibly straightforward as a physical threat can be a matter of interpretation: Is "I hope you get cancer" a threat? How about "Kill yourself"? The definition of sexual harassment is even blurrier: "Wow, you look hot" in response to a photo posted to Twitter or Facebook could be sexual harassment to an overzealous feminist but a perfectly acceptable compliment to someone else.




8. Das Magazin Reason wendet sich auch gegen die Polemik der Feministin Jessica Valenti, der zufolge die Bildungsministerin der USA sich mit "rape deniers" aus der antifeministischen Szene getroffen habe, und stellt klar, dass es in Wahrheit um den Schutz gegen Falschbeschuldigungen und die Rechte von Angelagten gehe. In ähnlicher Weise äußert sich die Journalistin Ashe Schow:

A good way to tell if the Left currently believes one of their beloved policies will disappear is how viciously they write about the potential change. In this case, they’re trying to smear people who believe those accused of heinous crimes should be able to defend themselves as somehow supporting the heinous crime. That is where we are in society.

(...) These activists are actually insisting that due process impedes justice, and that providing accused students with a way to defend themselves constitutes disbelieving accusers and therefore hurting "victims" (these days, accuser equals "victim" before any evidence is collected).

(...) In addition to meeting families of students ultimately found falsely accused of rape, DeVos is meeting with several groups that insist this guidance has led to more false accusations and a culture on campus that sees anyone accused as guilty until proven innocent. Leftist articles about this meeting describe the groups as "men’s rights" groups.

Slate’s Christina Cauterucci described them as "trolls." Cauterucci is the same writer who lambasted ESPN’s "30 for 30" documentary about the Duke Lacrosse rape hoax because "it’s a bizarre experience to watch a documentary that expects the viewer to root for a bunch of accused rapists." But by now everyone knows they were falsely accused. Cauterucci wants us to root instead for someone who falsely accused people of a horrible crime.

Only one of the groups meeting with DeVos, the National Coalition for Men, could be considered under the "men’s rights" label. Now, the label is a smear for some, but shouldn’t be. Men do face issues specific to them, such as paternity fraud. They’re also largely ignored when we talk about rape or domestic violence. Trying to advocate for people who are suffering shouldn’t be a smear.




Ich lasse den letzten Satz mal ein wenig sinken – gerade mit Blick auf die aktuellen Attacken der Heinrich-Böll-Stiftung.



9.
Donald Trump is one of the least popular politicians in the history of the United States. Yet, Trump is still more popular than Hillary Clinton. Let that sink in.


Der feministische Guardian berichtet – und verabschiedet sich dabei von dem Mythos, der Grund für Clintons schlechtes Image läge vor allem in Sexismus und der Verschwörung der radikalen Rechten.



10.
Christopher Nolan’s recent return to the director chair has blown away historians with his epic recount of the most remarkable stories of WWII – the evacuation of hundreds of thousands of Allied soldiers from the beaches of northern France – Dunkirk.

However, while the mastermind behind Dunkirk already has earned his stripes with the Dark Knight Triology, Inception and Interstellar – it appears not everyone is happy with his formula of telling historically accurate stories.

Several prominent white feminists writers have criticized the lack of female cast members throughout the film, particularly during the battle scenes.


Hier geht es weiter mit der herrlichen Satire.



11. Ganz herzlichen Dank für die Unterstützung meines Blogs durch die Spenden der letzten Tage – vor allem an einen ganz bestimmten Spender, der mit Sicherheit ahnt, dass er gemeint ist. :-)

Mittwoch, Juli 19, 2017

Missbrauchte Domspatzen: Jungen bleiben als Opfer unsichtbar – News vom 19. Juli 2017

1. Wir beginnen diesmal mit der Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Heute war überall die Meldung über den Abschlussbericht des Missbrauchs Skandale bei den Regensburger Domspatzen zu lesen.

Zuerst las ich es bei der Frankfurter Allgemeinen. Dank Genderama sensibilisiert, war ich verduzt, dass im Artikel ausschließlich von Domspatzen oder geschlechtsneutral den Opfern die Rede ist. Nie von Jungen. Sind nicht 100% der Domspatzen Jungen?

Ich schaue dann weiter. Spiegel Online spricht durchgehend von "Kindern". Süddeutsche und Welt finden viele Begriffe, vermeiden aber das Wort "Jungen".

Zufall? An diesen Punkt habe ich angefangen in den Abschlussbericht und damit der Quelle nachzuschauen.

Im gesamten 450 Seiten starken Text findet sich das Wort "Junge" nur in direkten Zitaten. In drei Fällen kommt im Text der Autoren das Wort "Junge" vor. In allen drei Fällen ist immer einer oder mehrere konkrete Jungen gemeint, nie die Gesamtheit der Opfer. Es wird stets von Opfern gesprochen (2870x im Text). In ganz wenigen Fällen wird von männlichen Opfern gesprochen:

"Hierzu ist bereits an dieser Stelle anzumerken, dass die Straftatbestände des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in §176 a StGB erst am 01.04.1998 und die Vergewaltigung (§ 177 StGB) von männlichen Opfern erst am 05.07.1997 ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurden. ... Mit dem Münchner Informationszentrum f ür Männer (MIM) steht seit Oktober 2016 eine unabhängige Anlaufstelle für Opfer der Domspatzen zur Verfügung."

Zum Lesen aller Seiten und einem vollständigen Urteil über den Bericht fehlt mir die Zeit. Trotz der sehr lobenswerten Aufarbeitung bleibt ein schaler Beigeschmack, dass die männliche Opfer unsichtbar bleiben.


Genderama hat, Menschenrechtlern wie Professor Adam Jones folgend, immer wieder darauf hingewiesen, dass in der Berichterstattung über weibliche Opfer das Geschlecht hervorgehoben wird, aber in der Berichterstattung über männliche Opfer unerwähnt bleibt.



2. Zu den Schwarzen Listen, die die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen über Genderkitiker führt, schreibt mir ein Leser:

Es ist eine Konstante, dass die Darstellung unserer Seite durch die Böll-Stiftung & Co. meist dürr und einseitig ist. Liest man entsprechende Publikationen der einschlägigen Autoren, die gegen unsereins schreiben, fällt mir immer wieder eines auf:

Solange sie sich mit ihren eigenen Ideen und Ansichten beschäftigen, sind die Texte oft mit entsprechenden Quellen-Verweisen gut belegt (reichlich Fußnoten etc.). Wenn sie über uns schreiben, fehlt es dagegen an Quellenbelegen und argumentativer Tiefe. Auch kann man erkennen, dass die Perspektive dieser Leute auf uns sich in den vergangenen Jehren nicht verändert hat. Viele hinzugekommene maskulistische Akteure etwa tauchen in ihren Betrachtungen gar nicht auf, sie scheinen viele Entwicklungen nicht mitbekommen zu haben. Ihre Texte von heute unterscheiden sich kaum von denen vergangener Jahre - keine Entwicklung, kein Erkenntnisgewinn - Stillstand.

Nimmt man Ockhams Rasiermesser, könnte die einfachste aller Erklärungen diese sein: Inkompetenz. Diese Leute können nicht recherchieren oder gar analysieren. Lass sie Ihre Stuhlkreise abhalten. Wen kümmert's.


Ich bin ja selbst der Auffassung, dass man nicht mit Bösartigkeit erklären sollte, wozu Inkompetenz schon ausreicht. Und gerade der aktuelle Internetpranger der Grünen macht deutlich, dass die Verantwortlichen intellektuell über die Frage "Wer hat wo veröffentlicht, wer ist wo aufgetreten?" kaum hinwegkommen und selbst dabei noch Fehler machen. Nachdem ich persönlich von bestimmten Leuten allerdings seit Jahren gestalkt und online gemobbt werde, kann ich diesen Leuten eine zutiefst antisoziale Ader nicht mehr absprechen.

Die Wikipedia ist übrigens durchaus informativ, was die politische Tradition solcher Schwarzen Listen angeht:

In Diktaturen werden häufig Schwarze Listen mit politischen Gegnern geführt. In der Zeit des Nationalsozialismus erstellte beispielsweise Reinhard Heydrich solche Listen, auf denen unter anderem Ernst Röhm und der Reichskanzler Kurt von Schleicher standen, die beide ermordet wurden. Auch der Name des Autors Bertolt Brecht, der ins Exil gehen musste, fand sich auf einer solchen Liste wieder. (...) Schwarze Listen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus auch jene Listen genannt, anhand derer "schädliches und unerwünschtes Schrifttum" indiziert und ausgesondert wurde. Auf deren Basis fanden auch die Bücherverbrennungen im Mai und Juni 1933 statt. Unter dem chilenischen Putschgeneral Augusto Pinochet wurden politische Gegner anhand von Schwarzen Listen ebenfalls ermordet.

In den Vereinigten Staaten während der McCarthy-Ära landeten aufgrund antikommunistischer Bedrohungsängste zahlreiche Personen auf einer Schwarzen Liste von nicht mehr zu beschäftigenden Personen. Insbesondere die Filmbranche war (nicht zuletzt dank der tatkräftigen Mitarbeit von Walt Disney) betroffen, die sogenannten Hollywood Ten erlangten internationale Bekanntheit. Unter den Opfern befand sich unter anderem Charlie Chaplin.

In West-Berlin erstellte in den 1970er- und 1980er-Jahren die Notgemeinschaft für eine freie Universität Schwarze Listen über "angebliche Verfassungsfeinde". Informationssammlungen, die von Rechtsextremen (Anti-Antifa) und Linksextremen über ihre jeweiligen politischen Gegner geführt werden, werden ebenso als Schwarze Listen bezeichnet.


Und jetzt führt das Genderlager der Grünen um Henning von Bargen und Andreas Kemper diese Praktik fort bei Menschen, die nicht stramm feministisch sind. Einer der Kommentatoren bei Christian Schmidt merkt dazu an:

Unter der Kategorie/Unterkategorien "Organisationen" werden u.a angeführt:

– Legionäre Christi

– Piusbruderschaft

– World congrss of families

– Manndat

– MGTOW

– Schweizerische Volkspartei

(...) Eigentlich könnten die alles, aber wirklich alles anführen, was nicht ausdrücklich Teil der Gendersekte ist. Da fehlt noch der IS, Trump, Ahmedinejad und John Mc Enroe.


Hadmut Danisch berichtet inzwischen auch über Falschdarstellungen durch diesen Internetpranger und hat entdeckt, dass die Verantwortlichen sich vor den erwartbaren Vorwürfen zu schützen versuchen, indem sie offen erklären, für die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr zu geben. Bei Danisch heißt es weiter:

Gerade noch haben die Grünen ja zu G20 noch behauptet, sie wären so friedlich und hätten mit Gewalt nichts zu tun? Warum wird dann zuerst auf mein Impressum verwiesen? Wozu braucht man das, wenn nicht zur Anstiftung zu Straftaten und Gewalt? (...) Und dann machen die Grünen immer so gerne auf Datenschutz ...




3. Ein weiterer Leser macht mich auf eine feministische Besprechung von Cassie Jayes "The Red Pill" aufmerksam und schreibt mir dazu:

Die Autorin meint, die Tatsache, dass Männer mehr gefährliche Berufe ergreifen, "may be the result of testosterone and its related biological and psychological effects, rather than social oppression". Sehr interessant, ne? Du und andere, Ihr habt völlig Recht: Die Feministinnen argumentieren immer so, wie es ihnen am besten in den Kram passt. Denn würde ein Mann das Entsprechende sagen - "Frauen ergreifen nun mal aus biologischen Gründen, z.B. weil sie weniger Testosteron und mehr Oxytocin haben, lieber soziale Berufe, statt einen handfesten Beruf oder eine Führungsposition zu übernehmen", gäbe es sofort einen Shitstorm gegen diesen reaktionär-patriarchalen rechten Biologisten.


Wenn Männer in unserer Gesellschaft ins Hintertreffen geraten, liegt es aus feministischer Sicht immer an Biologie oder persönlichem Versagen. Geht es um Frauen, dann ist der Grund gesellschaftliche Unterdrückung.



4. Es trifft nicht nur Männerrechtler und andere Kritker der herrschenden einseitigen Geschlechterpolitik: Neun von zehn Jugendlichen halten nach einer Umfrage ihre Interessen in der Politik für nicht ausreichend vertreten.

Neun von zehn. In einem politischen System, in dem die Herrschenden so tun, als ob sie die Verkörperung des Pluralismus darstellen und ein breites gesellschaftliches Spektrum abbilden.

Am ehesten sehen die Jugendlichen in der am Dienstag veröffentlichten Studie sich von CDU/CSU (18 Prozent), SPD (12 Prozent) und Grünen (11 Prozent) vertreten.


Wer Näheres wissen möchte, muss sich die Studie schicken lassen, was ich getan habe: Von der FDP fühlen sich leider auch nur fünf Prozent der Jugendlichen vertreten (trotz des FDP-Kernthemas "Bildung"), von der AfD gerade mal drei Prozent.

Über die Hälfte der Jugendlichen würde mehr politischen Einfluss von Nicht-Berufspolitikern befürworten.

Des weiteren berichtet YouGov:

Die Jungen zwischen 14 und 17 Jahren sind stärker an Politik interessiert als Mädchen: Fast die Hälfte der befragten Jungen sagt, sie beschäftigen sich intensiv und regelmäßig mit Politik, das gilt nur für jedes fünfte Mädchen. Was das politische Engagement im Berufsleben angeht, gibt es ebenfalls Unterschiede: Jeder fünfte Junge kann sich einen Job als Politiker vorstellen, bei den Mädchen sind es nur fünf Prozent. Für über die Hälfte der Mädchen kommt ein Job in der Politik gar nicht in Frage.


Aber wenn sich dann logischerweise deutlich mehr Männer als Frauen in der Politik einbringen, ist die Rede von patriarchaler Unterdrückung durch fiese Kerle, und es werden Quoten gefordert, um gegen diese Unterdrückung vorzugehen. Ein Großteil der Bevölkerung findet diese Quoten unsinnig, aber keine der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien stellte sich dieser Forderung entgegen. Ist es ein Wunder, dass sich immer weniger Menschen von diesen Parteien vertreten fühlen?

Dienstag, Juli 18, 2017

Welche Entlastungsfunktion hat der grüne Internet-Pranger?

Heute morgen wies Genderama auf den neuen Internet-Pranger der grünen Heinrich-Böll-Stiftung hin, der die Frage aufwirft, warum die Verantwortlichen dafür (Henning von Bargen, Andreas Kemper und Elisabeth Tuider) dermaßen versessen darauf sind, Aktivisten für die Bürger- und Menschenrechte von Männern zu diskreditieren. Ein "Haters gonna hate" allein genügt für die Analyse kaum.

Meine linksliberale Positionierung ist seit Jahren durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Ich habe zu Zeiten, als ich noch mein Zweitblog "Hinter meinem Schreibtisch" geführt habe, lange Jahre mehrere Stunden pro Tag unentgeltlich gegen fremdenfeindliche Positionen angeschrieben. Ich habe ebenfalls unentgeltlich zahlreiche ähnliche Beiträge in den verschiedensten Publikationen veröffentlicht und auch in Genderama immer wieder eingebracht, was zu massiven Anfeindungen durch die tatsächlich Rechten führte. Ich habe gemeinsam mit zwei Muslimas ein "Watchblog Islamophobie" geführt. Und so weiter und so fort. Jemandem wie Andreas Kemper, der sich fast schon manisch mit mir beschäftigt, kann das nicht alles entgangen sein. Wenn ich tatsächlich rechts wäre – warum um alles in der Welt würde ich mich dann nicht bei Verlegern wie Kopp und Autoren wie Ulfkotte und Pirincci einreihen, um ebenfalls mit einer Mörderauflage den großen Reibach zu machen, während ich stattdessen ein "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" mit einer sehr überschaubaren Auflage veröffentliche und deshalb nur ein schmales Einkommen habe? Die seit Jahren anhaltenden Versuche, mich zu diskreditieren, sind offenkundig ebenso unseriös wie bei anderen auf diesem Online-Pranger angegangenen Personen. (Professor Aigner etwa wird sich wundern, an welchem Kongress er 2015 teilgenommen haben soll.)

Die naheliegende Erklärung lautet natürlich, dass Ad-personam-Attacken Sachdebatten unterbinden sollen, weil derjenige, der diese Angriffe leistet, einer Diskussion auf Sachebene nicht gewachsen wäre. Bezeichnenderweise ist es diese Ebene persönlicher Angriffe, auf denen die Auseinandersetzung mit der Männerbewegung grundsätzlich stattfindet: Kempers Spezi Thomas Gesterkamp spricht von "Familienfundamentalisten", Martin Rosowski von "Frauenfeinden", in einer Abschlussarbeit der Genderstudien von Hinrich Rosenbrock stellen gleich die Überschriften ganzer Kapitel persönliche Attacken dar. Der linke Maskulist "Leszek" hat einmal analysiert, wie sich die Vertreter der Genderstudien mit dem pauschalen Vorwurf, Kritik an ihrer Perspektive sei "rechts", grundsätzlich gegen solche Kritik imunisieren. Ein Auszug:

Das "Kritiker-sind-alles-Rechte"-Argument bedeutet ja nichts anderes als: "Kein Mensch, der ohne ideologische Scheuklappen durchs Leben geht, findet etwas Ernsthaftes daran auszusetzen." Und das muss doch skeptisch stimmen, denn Wissenschaft speist sich immer daraus, dass Annahmen hinterfragt, kritisiert, widerlegt, verworfen, verbessert, verfeinert werden. Ein "da kann man ja gar nichts mehr dran verbessern" ist unwissenschaftlich und ein verlässlicher Hinweis auf ideologische Scheuklappen.


Die Frage ist nur, ob "Denunzierung als Strategie" ausreicht, um die bizarre Manie zu erklären, der Männerrechtsbewegung eine rechte Haltung bis hin zu Vergleichen mit dem Nationalsozialismus zu unterschieben.

Ich kann natürlich nicht in den Kopf von Andreas Kemper, Henning von Bargen und Elisabeth Tuider hineinsehen. Aber man kann sich ja vorstellen, man hätte eine Wahl: Man könnte sich über lange Jahre hinweg gründlich in die Geschlechterdebatte einarbeiten, sich mit den Erfahrungen vieler männlicher Opfer eingehend beschäftigen (was belastend sein kann) und würde, sobald man darüber berichtet, vor allem als Unhold dargestellt werden, wenn man über die dabei gewonnen Erkenntnisse schreibt. Oder man könnte sich überhaupt nicht in dieses Thema einarbeiten, gebetsmühlenartig dieselben Ad-personam-Attacken wiederholen und würde daraufhin finanziell von einer Bundestagspartei getragen und von den verschiedensten Journalisten als "Experte" befragt. Vor diese Wahl gestellt: Wofür würden sich da wohl viele Menschen entscheiden? Ein krankes System gebiert nun mal häufig krankes Verhalten. Gleichzeitig ist es dieses Verhalten, das immer mehr Menschen von der Linken abwandern lässt und die Linken den Begriff "Gutmenschen" eingebracht hat: Menschen, die sich selbst als moralisch inszenieren, die Situation tatsächlich aber nur schlimmer machen.

Vielleicht hilft hier aber auch ein Erklärungsmodell, das der Sozialpsychologe Professor Jonathan Haidt verwendet, der von der ZEIT über die aktuelle linke Studentenbewegung (nicht nur) in den USA befragt wurde:

Diese gigantische linke Studentenbewegung ist eine dogmatische Linke, die jetzt nicht nur die Konservativen, sondern auch die liberale Linke attackiert.


Der linksliberale Blogger Lucas Schoppe berichtet hier, wie er von jemand mit dem Nick "Love" auf Twitter als "rechtsradikal" angefeindet und blockiert wurde, weil er eine problematische Koransure beanstandet hatte. Schoppe führt zu diesem Vorgang aus:

Die sprachliche Gewaltsamkeit von "Love" entsteht daraus, dass er offenbar die Situation im Sinne von Freund-Feind-Mustern wahrnimmt. Eine einzelne Äußerung wird dann gar nicht mehr für sich genommen interpretiert, sondern nur auf Signale hin gescannt, die eine Einordnung in diese Muster erlauben. Da rechtsradikale Deutsche den Islam heftig ablehnen, erlaubt dann schon eine deutliche Skepsis gegenüber einzelnen Koran-Positionen eine Einordnung als "rechts". Andere aus anderen politischen Richtungen agieren ebenso mit dem Feindbild "Linke", oder "Feministinnen", oder "Maskus"…


An anderer Stelle erinnert Lucas Schoppe daran,

dass die stark abwertenden, diffamierenden Texte über Männerrechtler in Deutschland (...) erst herauskamen, NACHDEM sich Alternativen zu Foren wie wgvdl o.ä. herausgebildet hatten. Erst als ziemlich viele Männer anfingen, sich als linke oder liberale Männerrechtler zu positionieren und gegen rechts abzugrenzen – als Kritik am Feminismus auch von links geübt wurde und nicht mehr leichthin als Phänomen aus rechten Ecken hinzustellen war – erst zu dem Zeitpunkt setzten Parteien mit linkem Selbstverständnis großen Nachdruck dahinter, Engagement für Männer oder Jungen als etwas originär Rechtes hinzustellen. Vorher war es für sie offenbar keine Bedrohung.


Henning von Bargen, Andreas Kemper und Elisabeth Tuider stellen Männerrechtler wie mich demnach also vielleicht nicht deshalb an einen irreführenden Onlien-Pranger, OBWOHL sondern WEIL ich links bin. Womöglich erschüttert es auch ihr Selbstbild zu sehr, dass sie als Linke eigentlich gegen Diskriminierung sein müssten, die Diskriminierung von Männern bei ihnen aber nur Wut auf diejenigen erzeugt, die davon berichten. Es entsteht eine innere Kluft: Man möchte zu gerne zu den moralisch besseren Menschen gehören, zugleich aber zahlreiche geschlechtsbezogene Problemlagen ignorieren. Diese kognitive Dissonanz führt zu dem intellektuellen Kurzschluss, dass Linke, die über diese Problemlagen sprechen, eigentlich irgendwie "rechts" sein müssen, sonst würde man sich ja mit ihrem Kampf gegen Diskriminierung solidarisieren.

Es ist NICHT vorstellbar, dass die Verantwortlichen für den grünen Internet-Pranger beispielsweise nichts von den Menschenrechtsverletzungen zu Lasten von Männern wissen. Denn mein Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik", das ein ausführliches Kapitel über diese Menschenrechtsverletzungen enthält, wird von den Verantwortlichen für den Online-Pranger dort an mindestens einer Stelle zitiert. Offenbar wurden aber sämtliche Inhalte dieses Buches ignoriert, die sich nicht als Munition gegen den politischen Gegner verwenden lassen.

"Männer" ist in der Linken ein Schimpfwort stellte der ehemalige taz-Mitarbeiter Matthias Lohre vor mehreren Jahren anhand von Schlagzeilen der "taz" fest. Und Benachteiligungen speziell von Männern sind in der Linken kaum Thema. Das bedeutet für viele offenbar: Wenn Linke gegen die Diskriminierung von Männern und gegen männerfeindlichen Sexismus eintreten, sind es eben keine Linken mehr, sondern Rechte. Und wer nicht von den Kempers dieser Welt mit Nationalsozialisten verglichen werden möchte, muss bei diesem Sexismus gefälligst brav mitmachen.



Die Arbeit an einem Blog wie Genderama wird durch keine finanzkräftige Parteistiftung getragen, sondern ist unbezahlte Graswurzelabeit. Das verleiht der politischen Auseinandersetzung ein sehr einseitiges Gewicht. Gerne aber können Sie mich aber durch eine Spende unterstützen.

Internet-Pranger für Kritiker der herrschenden Geschlechterpolitik online – News vom 18. Juli 2017

1. Weil die Wikipedia offenbar für die Feindbildproduktion nicht mehr ausreicht, gibt es jetzt mit dem Namen "Agent*In" das neueste Internet-Lexikon, das Feminismuskritiker in einen Zusammenhang mit radikalen Rechten stellt. Auch über mich gibt es dort natürlich einen eigenen Eintrag.

Vielleicht wundern Sie sich bei dessen Lektüre beispielsweise darüber, dass Sie, obwohl Sie seit langen Jahren Genderama lesen, hier noch auf keinen einzigen der angeblich so häufigen Verweise auf die "Jungen Freiheit" gestoßen sind. Dann aber sagen Sie sich vielleicht: Naja, leider kann heutzutage so ziemlich jeder anonym irgendein denunziatorisches Wiki online stellen.

Von wegen. Die Agitation wird ganz offen betrieben: Das hier sind die Verantwortlichen für die neueste Attacke aus dem Genderlager.

Beim Lesen des Eintrages über mich dürfte Ihnen ebenfalls aufgefallen sein, dass Sie über meine politische Haltung zu verschiedenen geschlechterpolitischen Fragen keine Silbe erfahren. Das ist bei anderen Personen, die auf diesem skurrilen Internet-Pranger gedisst werden, ähnlich. Das Engagement dieser Personen für Bürger- und Menschenrechte wird konsequent ausgeklammert, wodurch sich die Betreiber dieser Website unterschwellig gegen solche Bürger- und Menschenrechte positionieren.

Eine Sachdebatte auf Augenhöhe scheut das Genderlager noch immer wie der Teufel das Weihwasser. Und eben weil beispielsweise den Grünen statt guten Argumenten auf Sachebene nur noch so etwas wie dieses Wiki einfällt, um politische Auseinandersetzungen zu führen, können sie seit Jahren bei vielen Wählern nicht mehr punkten. Harald Marteinstein hatte ich zu diesem Thema ja erst neulich zitiert:

Wegen eines kritischen 'Zeit'-Artikels über die Genderforschung wurde ich von der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung als NPD-nah eingestuft. Und diese Grünen hatte ich, verdammt noch mal, davor rund zehn Mal gewählt.


Viele Wähler der Grünen haben inzwischen dazu gelernt. Die Partei und ihre Stiftung leider nicht.

Das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung bewirbt seinen Internet-Pranger ausführlich hier.



2. Christoph Reimann hat sich beim Deutschlandradio unter der Überschrift "sexuelle Diskriminierung" Gedanken zum "Mann als (Lust-)Objekt" gemacht.



3. Die Frankfurter Allgemeine hat einen neuen Vorschlag für die feministische Verbesserung unserer Sprache zu bieten: "Bäcks und Hausmeistis".



4. Kritik erntet derzeit eine seit Jahrzehnten beliebte britische Science-Fiction-Serie. Nach zwölf Generationen von Männern ist der neue "Doctor Who" jetzt eine Frau. Feministinnen sind empört, weil sich die Macher der Serie nicht für einen transsexuellen Schwarzen entschieden haben.



5. Die Post. Einer meiner Leser ist befremdet von einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen, der gleichen Lohn auch für Profi-Fußballerinnen fordert:

Absurd, wie der Autor die naheliegenden, berechtigten Einwände gegen gleiche Bezahlung (mehr Geld im Spiel, Einschaltquoten, LEISTUNG etc.) in einem langem Kommentar binnen ganz weniger Sätze wegzuwischen versucht, ohne irgendein Argument vorzubringen - und stattdessen HeforShe zu bemühen, ziemlich wenig emanzipatorisch.

Abgesehen davon, dass die Fußballstars ihren männlichen Fans nichts abgeben, sondern von ihnen und ihrer Leidenschaft leben, während sich die meisten Frauen nicht für Fußball interessieren und kein Geld dafür ausgeben - schon gar nicht für Frauenfußball.


Ein anderer Leser teilt eine Einschätzung nicht, die ich gestern veröffentlicht habe:

Lieber Arne Hoffmann,

heute haben Sie zu Worten des Forschers Klaus Schroeder angemerkt, man sollte Parteien mit einem derart ungeklärtem Verhältnis zur Gewalt nicht wählen.

Ich bin in diesem Punkt nicht ganz einverstanden mit Ihnen. Ich meine, dass man damit unnötig dazu beiträgt, alles, was "links" ist, pauschal zu diskreditieren. Fast schlimmer noch: Man etikettiert Gruppierungen als links, die es nicht sind. Ich meine damit die SPD.

Die SPD von Schröder, Schulz, Heil und Schwesig ist Lichtjahre entfernt davon, links zu sein. Sie ist neoliberal, falls sie überhaupt durch Überzeugungen auffällt. Dieses Milieu hat überhaupt keine Nähe zu der radikalen Linken. Kapitalismuskritik ist ihm fremd. Ich kann mir daher überhaupt nicht vorstellen, dass diese Partei auch nur ansatzweise irgendwelche Sympathien für gewalttätige Links-Autonome empfindet. Als Zyniker könnte man sagen: Ach, gäbe es doch wenigstens im Ansatz in der SPD ein wenig Revoluzzertum! Dann würde sich die Partei wenigstens noch irgendwie mit inhaltlichen Auseinandersetzungen befassen.

Was stimmt, ist, dass die Jusos sich tatsächlich auf solche Demo-Bündnisse einlassen. Der eine oder andere Juso geriert sich auch als hart links. Wenn es aber echte Kontakte zur linksradikalen Szene gibt, dann sehe ich diese eher bei der Linkspartei. Diese bindet auch eher linksalternative und linksradikale Milieus ein. Hier haben dann tatsächlich einige Leute mal darüber nachzudenken, was sie dort unterstützen.

Dennoch muss man selbst bei der Linkspartei sagen, dass man das nicht so generalisieren sollte. Leute wie Wagenknecht und Bartsch haben mit dieser Sorte Linke wenig am Hut. Wagenknecht z.B. hat irgendwann in der letzten Zeit auch diese Fraktion in der Partei stark kritisiert. Sie hat ihnen vorgeworfen, dass sie Linkssein mit dem Einsatz für die sprichwörtliche Gendertoilette verwechseln und dass die damit die wirklich brennenden ökonomischen Ungerechtigkeiten aus dem Blick verlieren.

Fazit: Es ist falsch, alle in Bausch und Bogen zu verdammen. Es ist insbesondere falsch, etwaige denkbare Verbündete in diesen Parteien anzugreifen und somit die Tür zuzuschlagen für die Frage der Männerrechte. Vielmehr sollte man auch in diesen Parteien Leute suchen und kontaktieren, die ein offenes Ohr für die Interessen von Männern haben. Wenn man jetzt "links" und "Gewalt" gleichsetzt, spielt man bloß das Spiel der Union mit.

Das führt aber am Ende dazu, dass nur noch Union und AfD als denkbare Bündnispartner übrig bleiben. Aber damit fühlt sich nicht jeder Männerrechtler wohl. Nur weil ich Feminismuskritiker bin und das Mitte-Links-Spektrum diesbezüglich null Diskursbereitschaft zeigt, möchte ich nicht nach rechts rücken. Und ich fänd es fatal, wenn viele eher politisch naive Männerrechtler sich den rechtskonservativen Leuten der "Kulturmarxismus"-Fraktion in die Arme werfen, ohne zu merken, dass auch die vor allem ihr eigenes politisches Süppchen kochen.

Ich bin links und möchte es auch bleiben. Ich lehne den Generalverdacht ab, mit Gewalttätern zu sympathisieren, zumal ich parteilos bin und keinerlei Szenekontakte habe. Sippenhaft, das war in meiner Ex-Heimat DDR üblich. Aber in einer offenen Demokratie sollte es möglich sein, differenziert zu diskutieren.


Ich stehe ja weltanschaulich selbst links und kann die Argumentation meines Lesers zu weiten Teilen nachvollziehen. Allerdings sind mir Werte wie Gewaltfreiheit, Antisexismus, Menschenrechte und eine faire Sachdebatte wichtig. Diese Werte finde ich in Parteien wie den Grünen, der SPD und der Linken seit Jahren nicht mehr im für mich ausreichenden Ausmaß, und ich weiß, dass ich nicht der einzige Linke bin, der sich gegenüber diesen Parteien zunehmend entfremdet fühlt. Die AfD steht für mich ohnehin nicht zur Diskussion, insofern bleiben für meine Wahlentscheidung von den einflussreicheren Parteien derzeit tatsächlich nur CDU und FDP übrig. Eine Verbrüderung mit gewaltbereiten Extremisten wird man bei den Liberalen etwa nicht finden. Wenn allerdings jemand auf SPD, Grüne und Linkspartei einwirken möchte, damit dort verantwortungsbewusstere Politiker an Einfluss gewinnen, bin ich der letzte, der sich solchen Versuchen entgegenstellen würde. Wobei mich schon interessieren würde: Die "etwaigen denkbaren Verbündeten in diesen Parteien für die Frage der Männerrechte" – wer soll das sein?



6. Weitere geschlechterpolitische News findet man heute Morgen hier.

Montag, Juli 17, 2017

Jetzt auch CDU: Wer keinen Unterhalt zahlt, soll Führerschein verlieren – News vom 17. Juli 2017

1. Vätern, die keinen Unterhalt zahlten, solle der Führerschein weggenommen werden – das fordern Sozialdemokraten wie die ehemalige Frauenministerin Manuela Schwesig und Sigmar Gabriel. Inzwischen werden solche Forderungen auch aus den Reihen der Christdemokraten laut.



2. "Die sprachliche Integration von Frauen in Gesetzen, ihre Inklusion, droht andere Gruppen auszugrenzen" argumentiert Judith Froese bei der Frankfurter Allgemeinen.



3. Hadmut Danisch berichtet, wie die Moderatorin Barbara Hahlweg im ZDF Falschinformationen zum Thema Gleichstellung verbreitet. Hahlweg war Hauptmoderatorin des ZDF-Frauenmagazins "Mona Lisa", das vorgestern eingestellt wurde.



4. Im Magazin "Quillette" erklärt Aaron Neil, warum man sich in unserer Gesellschaft den Kopf weniger über die Geschlechterkluft in bestimmten Bereichen, etwa Naturwissenschaft und Technik (STEM), zu zerbrechen braucht:

Despite attempts to encourage women to work in STEM, these numbers are barely changing. Even as more women join the workforce, few choose to work in STEM fields. Between 1991 and 2011, women accounted for 75 per cent of the growth in the number of workers in university-level non-scientific occupations, but only 27 per cent of the growth in the number of workers in university-level scientific occupations.

Some may argue that patriarchal social factors encourage women into stereotypically feminine fields (childcare, nursing etc.), and discourage them from pursuing STEM related careers. However, if one were to make the case that societal factors determine choices made by men and women, you would expect that in more egalitarian countries, the sexes would make similar career choices, and thus, gender gaps would recede. However, studying sex differences across 55 different cultures, Schmitt, Realo, Voracek, & Allik, came to the opposite conclusion (...):

"With improved national wealth and equality of the sexes, it seems differences between men and women in personality traits do not diminish. On the contrary, the differences become conspicuously larger."

They also made this statement remarking on their own extensive research (...):

"In this study, a collection of eight different gender equality indicators provided a comprehensive set of measures that assess disparity between male and female roles in society. In every case, significant findings suggest that greater nation-level gender equality leads to psychological dissimilarity in men’s and women’s personality traits."

Gender gaps do not decrease in egalitarian countries. Rather, they increase. According to the authors, this is because as “society becomes more prosperous and more egalitarian, innate dispositional differences between men and women have more space to develop and the gap that exists between men and women in their personality traits becomes wider” (emphasis added).

In other words, in prosperous and egalitarian countries, people are free to pursue their respective career interests. Since men and women are innately different, they pursue different vocations based on dissimilar interests. Therefore, equal representation is an inaccurate measure of gender egalitarianism, simply because in egalitarian countries, gender gaps are the most robust.




5. Der Boston Globe veröffentlichte dieser Tage den Artikel "In defense of the white male" von Roland Merullo. Ein Auszug:

Everywhere I turn these days I encounter the term “white male,” almost always used in a pejorative way. (...) Associating us only with evil deeds, selfishness, and violence is as misguided as making general disparaging statements about any other group: women, blacks, Muslims, homosexuals. Yet, in certain circles, it has become acceptable — even laudable — to do just that.

Not long ago I had an exchange with a former student of mine — we were discussing women’s rights and abusive men — and she told me I had no right to speak on the subject. "We were made to be silent for millennia," she said, "now it’s your turn." That kind of revenge must be satisfying, and particularly soothing to those who’ve been hurt by men — no small number. Ultimately, though, understandable as it may be, the impulse toward revenge leads nowhere except to a seesaw of oppression and fury.

I thought of arguing with her that my right to speak on those issues derives from the fact that I have two daughters and have been married for 38 years to the same good woman. But those aren’t the true reasons. The true reason is that I am a human being, and the welfare of all human beings concerns me.

(...) From Jews to African-Americans to homosexuals to Irish, Italian, and now Middle Eastern immigrants, hatred began by tossing all of them into a group, and attributing to that group the most unattractive characteristics imaginable. What is being done to "white males" now, it should go without saying, is not on a par with what was done to those people. But the instinct to label and blame is born of the same kind of group-think.

Maybe one fine day we’ll learn to eschew labels, or at least see beyond them, and focus on the humanity we share.


Was Feministinnen zu diesem Artikel sagen würden ist klar: Die Hass-Ideologie der Masku-Nazis dringt immer weiter in etablierte Medien vor.



6. Da wir es hier schon einige Wochen nicht mehr mit Superhelden hatten: Captain America ist angeblich Transgender



7. Teilweise off-topic ist mein persönliches Zitat des Tages. Es stammt von dem Extremismusforscher Klaus Schroeder und findet sich in der aktuellen Frankfurter Allgemeinen Woche (nicht online):

"Jetzt, da die Gewaltorgie [in Hamburg] nicht zu übersehen war, versuchen sich die SPD, die Grünen und die Linkspartei zu retten und zu sagen: Das hat mit uns nichts zu tun. Das ist völliger Quatsch. Ihre Jugendorganisationen machen ständig Aktionsbündnisse mit Linksextremisten. Das heißt nicht, dass die Jusos Steine werfen, aber sie haben keine Scheu, mit solchen Leuten zu demonstrieren. (...) Die einzigen, die die Gewalt eindämmen könnten, wären gemäßigte und radikale Linke."


Das Mindeste, was wir Bürger in dieser Hinsicht tun können, ist, Parteien mit einem derart ungeklärten Verhältnis zur Gewalt einfach nicht mehr zu wählen.

Sonntag, Juli 16, 2017

Männer, beschäftigt euch mehr mit Feminismus! – News vom 16. Juli 2017

1. "Wir brauchen mehr männlichen Diskurs über Feminismus" fordert der Feminist Robert Franken im Deutschlandfunk. Ich fürchte ja, dass Franken damit einen rein affirmativen und keinen kritischen Diskurs meint. Von diesem Detail abgesehen wird sich Genderama auch heute wieder alle Mühe geben, seinen Wunsch zu erfüllen.



2. Damit kann ich angesichts des real existierenden Feminismus leider nicht dienen: Aktuell hat der Berliner Senat eine von feministischen Partien durchgesetzte Redequote für Frauen abgeschafft. Aus guten Gründen – unter anderem dass schon die Notwendigkeit für einen so drastischen Schritt niemals belegt wurde:

Dass sich Politikerinnen prinzipiell weniger als ihre männlichen Kollegen an Plenardebatten beteiligen würden, sei eine "nicht empirisch nachgewiesene Vermutung".


Wie so vieles in der Frauen-sind-Opfer-Debatte, die zu immer neuen gesetzlichen Regelungen führt.



3. Ein Thema, das im Feminismus eher selten diskutiert wird, ist die sexuelle Ausbeutung von Männern durch Frauen. Das Biber immerhin beschäftigt sich mit dem Abhängigkeitsverhältnis zwischen älteren Sugar Mamas und jungen Flüchtlingen.



4. Zwei feministische Geographinnen fordern, ihre Kollegen sollten nicht immer wieder die Forschung weißer Männer zitieren. Das sei heteromaskulinistisch.



5. Das populärwissenschaftliche Magazin "Psychology Today" deckt auf, wie eine Fachkonferenz zu dem angeblichen Problem tagt, dass Frauen in Naturwissenschaften diskriminiert würden, die Verantwortlichen aber auch auf Nachfrage keinen einzigen Beleg dafür liefern können, dass es eine solche Diskriminierung überhaupt gibt.



6. Eine feministische Mutter erklärt, auch der Kontakt mit ihren eigenen Söhnen sei nicht sicher, weil alle Männer zwangsläufig Sexisten seien:

"I know I’m not supposed to cast an entire sex with a single paint brush — not all men, I’m sure some readers are thinking and preparing to type or tweet," Allard wrote. "But if it’s impossible for a white person to grow up without adopting racist ideas, simply because of the environment in which they live, how can I expect men not to subconsciously absorb at least some degree of sexism? White people aren’t safe, and men aren’t safe, no matter how much I’d like to assure myself that these things aren’t true."

(...) "I love my sons, and I love some individual men. It pains me to say that I don’t feel emotionally safe with them, and perhaps never have with a man, but it needs to be said because far too often we are afraid to say it," Allard wrote. "This is not a reflection of something broken or damaged in me; it is a reflection of the systems we build and our boys absorb."


Erstaunlicherweise ist die Beziehung dieser Feministin zu ihren Söhnen nicht optimal, seit sie öffentlich derartige Statements abgibt:

Allard previously wrote an op-ed for The Washington Post in which she accused her sons of being "blind to rape culture." The op-ed pushed her son away from her because he feels that she characterized him unfairly in her write-up.

"He doesn’t understand that even quiet misogyny is misogyny, and that not all sexists sound like Twitter trolls. He is angry at me now, although he won’t admit that either, and his anger led him to conservative websites and YouTube channels; places where he can surround himself with righteous indignation against feminists, and tell himself it’s ungrateful women like me who are the problem," Allard wrote.




7. Die Post. Einer meiner Leser schickt mir "als kleine Aufmunterung" den Link zu Julius Beneckes Heise-Artikel "Das Silicon Valley schwappt über vor Sexismus". Mein Leser schreibt dazu:

Der aufmunternde Teil ist in den Kommentaren zu finden; Rufe nach Männerrechtlern als "Lobby und gemeinsamer Zusammenschluss" sind stark, auch beißen feministische Argumente immer mehr auf Granit, während die echte Gleichberechtigung hoch im Kurs steht.


Ein anderer Leser macht mich auf einen Artikel aufmerksam, den "Die Zeit" von der feministischen "Edition F" übernommen hat. Die Autorin Helen Hahne verweist triumphierend auf eine schwedische Studie, die die Berechtigung der Frauenquote stützen soll. Diese Quote sorge nämlich dafür, dass auch mehr kompetente Männer in Unternehmen an die Macht kämen:

Um die Kompetenzsteigerung zu errechnen, verglichen die Wissenschaftler die privaten Einkommen (in Schweden ist es durchaus normal, dass Kommunalpolitiker ihre eigentlichen Jobs behalten) der verschiedenen Politiker einer Region aus derselben Alters-, Bildungs- und Berufsschicht. Die Argumentation der Wissenschaftler: Ein kompetenter Kommunalpolitiker verdient mehr als das Mittel der Politiker mit ähnlichen Eigenschaften (Alter, Bildungsstand, Berufsschicht). Im Durchschnitt sorgte eine zehnprozentige Mehrbeteiligung von Frauen unter den sozialdemokratischen Politikern für einen dreiprozentigen Anstieg der Anzahl kompetenter (also besser verdienender) männlicher Politiker. Bei den Politikerinnen war keine wahrnehmbare Leistungssteigerung zu erkennen.


Mein Leser merkt dazu an, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, "wie man anhand des Einkommens aus einem Bereich auf die Kompetenz in einem anderen Bereich schließen kann". Und er verweist auf einen anderen Leserkommentar, der spöttelt, dass die USA dieser feministischen Logik zufolge "jetzt wohl den kompetentesten Präsidenten aller Zeiten bekommen haben".

Samstag, Juli 15, 2017

Achtzig Prozent der Toten sind Männer (worüber kaum jemand spricht) – News vom 15. Juli 2017

1. Ein Großvater holt seine Enkelin ab. Ein Passant glaubte, er sei ein Kinderschänder und alarmierte die Polizei. Diese nennt es ein "positives Beispiel von Zivilcourage".



2. Das Drogenproblem speziell für Männer ist in Nordamerika so übel geworden, dass man selbst im feministischen Guardian einen besorgten Artikel findet:

A professor at the University of British Columbia has highlighted a different statistic from the crisis: in 2016, of the 935 fatal overdoses in the province, 80% were men.

Research that shows men are more likely to use illicit drugs, so it is perhaps logical that they are more likely to overdose. But the clinical psychologist Dan Bilsker argues that the figure suggests a relationship between the crisis and masculinity – one that may offer clues as to why the death toll continues to rise, and where the solutions might lie.

"I think we haven’t really thought deeply or well about who men are, about what the pressures on them are, what we need them to be," he said.

Bilsker has spent years studying men’s psychological health, delving into why men live an average of four to six years less than women and are more likely to kill themselves. In some ways, the opioid crisis stems from the same tangled roots, he said. And as with many other health issues, its singular interaction with gender has been largely overlooked.

(...) Bilsker believes the government’s response would be different if those dying were 80% women. "I suspect there would be more groups – more people actively involved in raising public awareness – who would speak up and engender a greater sense of this being an important issue," he said.




3. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Redaktion des "Guardian" grundsätzlich zur Besinnung gekommen wäre. Aktuell etwa empört sich in dem Blatt die Feministin Jessica Valenti darüber, dass von der US-Gesundheitsministerin Betsy DeVos auch "gefährliche Antifeministen" und "rape deniers" zum Gespräch eingeladen wurden. Gemeint sind mit dieser Analogiebildung zu "Holocaust deniers" Männerrechtler, die für die Rechte von Falschbeschuldigten eintreten.

Auch beim "Clinton Network" CNN ist man empört darüber, dass die Opfer von Falschbeschuldigungen von einer Ministerin ernst genommen werden:

DeVos's Acting Assistant Secretary, Candice E. (...) Jackson's words specifically serve to perpetuate rape culture. She recounted meetings with students whose futures were derailed by accusations, and described listening to a mother talk about her son, who she found "trying to kill himself because his life and his future were gone, and he was forever branded a rapist." Said Jackson: "That's haunting."

You know what else is haunting? Being raped.


Währenddessen veranschaulichen Mitglieder der US-Demokraten noch einmal, warum sie derzeit so krachend bei den Wahlen verlieren:

The Education Department's decision to meet with SAVE — along with the National Coalition for Men Carolinas, a men's rights organization, and Families Advocating for Campus Equality, a nonprofit founded by mothers of sons who were falsely accused of sexual misconduct in college — concerned people who say the groups are hostile to accusers.

"It is disturbing that the Department of Education would place these radical groups on the same level as those working tirelessly to confront the crisis of sexual assault on our campuses," Pennsylvania Sen. Bob Casey, a Democrat, said in a letter to DeVos on Wednesday, calling the meeting a "slap in the face to the victims of campus sexual assault."


Trotz derartig psychopathischer Reaktionen aus dem feministischen Lager scheint die Ministerin das Problem verstanden zu haben:

After days of controversy surrounding meetings with stakeholders in the campus sexual assault debate, Education Secretary Betsy DeVos said Thursday that she wanted to help both victims of assault and those who have been falsely accused of rape — a striking departure from the rhetoric of the Obama administration, which has focused primarily on survivors.

DeVos strongly suggested that she was planning to overhaul the way that the government deals with campus sexual assault, calling the current system of enforcing Title IX broken.

"We need to get this right, we need to protect all students, and we need to do this quickly," DeVos told reporters.

(...) DeVos said that the stories of those falsely accused of rape "are not often told," repeatedly mentioning them alongside victims of sexual assault. "I saw a lot of pain today," Devos said of her meetings.

Accused students and their attorneys, who have long insisted the system is failing them, told BuzzFeed News that the fact that DeVos welcomed them to the table was remarkable.

"This is the first time there's an acknowledgment [by the department] that the equation here is more than just victims of sexual misconduct," said Andrew Miltenberg, an attorney who works with the groups invited to the accused students meeting.

(...) "There are elements of [Obama's] Dear Colleague letter that just don't seem to be working," said Jonathon Andrews, a 23-year-old former Hanover College student, who told DeVos on Thursday that he attempted suicide in 2015 after being falsely accused of assault. "For a long time, the victims have not been paid attention to and that's a serious problem. Now we've swung the pendulum so far that's it has become guilty until proven innocent."


Das Ergebnis dieser Gespräche lautet also: Männerrechtler wurden wieder einmal auf breiter Front von den Medien durch den Dreck gezogen, konnten ihre Anliegen aber zu Gehör bringen. Letzteres wäre unter der Präsidentschaft Hillary Clintons niemals möglich gewesen.



4. Paul Nungesser, das Opfer des "Matratzenmädels" Emma Sulkowicz hat sich mit der Universität, wo die mutmaßliche Verleumdung stattfand, auf einen Vergleich geeinigt:

Columbia pledged to reform gender-based discipline policies to ensure "accuser and accused [students], including those like Paul who are found not responsible," are given "respect."

"Paul’s remaining time at Columbia became very difficult for him and not what Columbia would want any of its students to experience," said Columbia in a statement obtained by The Daily Caller News Foundation. (...)

Columbia praised Nungesser for graduating as a John Jay Scholar, a member of a community that demonstrates "remarkable academic and personal achievements, dynamism, intellectual curiosity, and original thinking." The school also stated that the accused student is attending a prestigious film school and has begun his film-making career.

(...) Sulkowicz released a performance art sex video in June 2015. "Mattress Girl" continued her performance art post-graduation, allowing a man to tie her up and beat her in front of a live audience in May 2017.

Freitag, Juli 14, 2017

Schoppe: "Auch bürgerliche Linke finden Gewalt in Ordnung, solange sie nur den Richtigen trifft" – News vom 14. Juli 2017

1. Am 11. Juli nahm die von Genderama unterstützte IG Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) an einem sogenannten Zukunftsgespräch "Gemeinsam getrennt erziehen" des Bundesfrauenministeriums in Berlin teil. Zum ersten Male in der Geschichte der Bundesrepublik waren nicht nur Frauenorganisationen (elf Verbände) geladen, sondern auch drei authentische Vertreter der Interessen von Vätern: der IG-JMV, der Väteraufbruch für Kinder und das Väternetzwerk. Einen Kurzbericht von Gerd Riedmeier, dem Sprecher der IG-JMV, findet man hier.



2. "Transphobisches Stück Scheiße!" lautet die Überschrift eines Artikels von Tamara Wernli in der Basler Zeitung. Ein Auszug:

Heute sind Lehrpersonen die Fussabtreter einer jungen Gesellschaft, die, privilegientrunken, wie sie ist, nicht mehr weiss, wie daneben sie sich benehmen soll. Das wohl krasseste Beispiel liefert derzeit Professor Jordan Peterson. Seine Vorlesungen werden gegenwärtig fast durchgehend gestört von Studenten: "Transphobisches Stück Scheisse!", riefen sie ihm unter Trötenlärm während einer seiner letzten Auftritte im Chor entgegen – ein vorläufiger Tiefpunkt spätpubertärer akademischer Dekadenz.

(...) Kanada ist weit weg. Was dort aber derzeit geschieht, ist symptomatisch für die westliche Welt. Immer mehr werden Menschen per Gesetz gezwungen, ihre moralischen Werte aufzugeben, ihr Denken und ihre Kommunikation anzupassen an ein von oben diktiertes Gedankenkonzept, sei es durch Internetzensur oder durch Universitäten.


Dazu passend ein aktuelles Video: So kontert FDP-Chef Christian Lindner brüllende Studenten aus.



3. In den USA versucht man derzeit, bedenkliche Vorfälle am Evergreen State College aufzuarbeiten. Bei einer Anhörung berichtet ein betroffener Professor:

Do you know that the college descended into literal anarchy and that for days the campus was not under the control of the state? It was under the control of protesters. That there were assaults, there were batteries? There was pressure not to report crimes to the police. People were, by the legal definition I believe, kidnapped and imprisoned, that included faculty members and administrators. Others were hunted on the campus. That lawless bands roamed the campus unimpeded? Police were physically and intentionally blocked by protesters. Police were cruelly, systematically and personally taunted. They were humiliated and forced to stand down by the president. Students that held different opinions were, by the protesters own analysis, stalked, harassed and doxxed, meaning their names, pictures and addresses and phone numbers were distributed online.




4. In einem aktuellen Kommentar fasst der Blogger und Gymnasiallehrer Lucas Schoppe zusammen, welches massive Problem die Linke inzwischen mit ihrer Toleranz für Gewalt verschiedenster Art hat. Ein Auszug:

Aus ganz unterschiedlichen Bereichen lassen sich gleich reihenweise Beispiele dafür aufzählen, dass sich eine Akzeptanz für Gewalt bis weit in ein bürgerlich-linkes Milieu hinein zieht. Das ist eben das Problem: Denn dass linke Militante Gewalt als normale Option betrachten, ist keine Überraschung, dass sie aber für stinknormale linke Institutionen kein echtes Problem darstellt, solange sie nur die richtigen Gegner trifft, ist etwas ganz Anderes.

Noch lange, bevor aus auch nur ansatzweise Informationen darüber gab, war vielen Beobachtern aus der bürgerlichen Linken, von den Grünen oder der Linkspartei klar, dass die Verantwortung für die Eskalation bei der Polizei liegt. Das sind reflexhafte Reaktionen, die zeigen, dass sich hier viele sehr wohl die Perspektive der Täter zu eigen machen – denn im autonomen Denken ist ihre Gewalt immer Gegengewalt, insbesondere gegen die "Bullen". Die schriftlichen Stellungnahmen im Vorfeld, von Augstein oder von Emiliy Laquer in der taz, waren eindeutige Gewaltlegitimationen, wenn man sie nicht gleich als AUFRUFE zur Gewalt interpretiert.

(...) Zu der Veröffentlichung der Adressen aller Teilnehmer des AfD-Parteitags in Stuttgart bei Indymedia, oder zu den Angriffen auf AfD-Politiker gab es – soweit ich das nur mitbekommen habe – niemals einen ablehnenden Kommentar aus SPD, Grünen oder Linken. Dabei war zumindest bei den Grünen klar, dass die eigene Parteijugend z.T. mitmachte. Das ist sehr wohl ein großes Problem: Auch wenn ich die AfD furchtbar finde, ist es doch irre, die politische Gewalt wieder salonfähig zu machen.

Maas wird bis heute vorgehalten, dass er sich bei der Band Feine Sahne Fischfilet angebiedert hätte. Das ist etwas unfair – er hatte sich einfach bei ihnen öffentlich für die Teilnahme an einem Rock-gegen-rechts-Konzert in Anklam (was in dieser Gegend wichtig und nicht selbstverständlich ist) bedankt und wahrscheinlich gar nicht gewusst, dass sie Zeilen wie "Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt" im Programm haben. Bezeichnend aber ist, dass er auch hinterher überhaupt keine Distanzierung nötig hatte – obwohl das seiner Position als Justizminister sehr wohl wichtig gewesen wäre.

Die No-Hate-Speech-Maßnahmen sind schon gravierender, und die aus Steuermitteln verbreiteten Bilder spielen mehrfach mit Gewalt – wenn sie die Richtigen treffen. Ein gezielter Faustschlag für jemanden, der das muslimische Kopftuch nicht mag – ein großes Messer für Männerrechtler (hähähä).

Schwesig hatte sich noch als Familienministerin öffentlich mit einer Gruppe (Team Gina Lisa) solidarisiert, die sich täglich vor einem Gerichtsgebäude postierte, auf Plakaten wörtlich "Hass auf die Justiz" ausdrückte und die alte RAF-Symbole – ein Maschinengeweht im Stern – mit Schneewittchen-Bildern verband. Überhaupt ist der Feminismus häufig gewaltaffin, ohne dass das seine bürgerlich-linken Anhänger besonders stören würde. Jasmin Tabatabei las im steuerfinanzierten Frauen-Media-Turm aus Solanas faschistischer Massenmordfantasie "Manifest zur Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" vor, das Buch wird von der Bundeszentrale für politische Bildung als "Satire" verharmlost und empfohlen.

Einmal ganz zu schweigen von der diskursiven Gewalt, die es bedeutet, wenn Heinrich-Böll-Stiftung oder Friedrich-Ebert-Stiftung Menschen als Nazis und Breivik-Fans hinstellen, nur weil sie Feministinnen widersprechen oder weil sie Väter sind, die sich mit der willkürlichen Trennung von ihren Kindern nicht abfinden wollen. Eine systematische politische Verleumdung.

(...) Anne Helm ist nach ihrer irren Thank-You-Bomber-Harris-Aktion bei der Linken in Berlin gut untergekommen – und nachdem sie ihre nackten Brüste mit dem bescheuerten Bomber-Harris-Spruch werbewirksam in die Kamera gehalten hatte, ist sie nun zuständig für die Bekämpfung "sexistischer" Werbung. Julia Schramm, die über die vielen Toten von Dresden witzige kleine Gedichte verfasst hatte ("Sauerkraut, Kartoffelbrei/Bomber Harris, Feuer frei") und die mal nebenbei einen Schwangerschaftsabbruch bis zum neunten Monat ins Spiel brachte, ist ebenfalls gut bei der Linken gelandet – und verdiente vorher ihr Geld, steuermittelfinanziert, bei der Amadeu Antonio Stiftung, ausgerechnet als Fachreferentin für Hate Speech (nein, kein Witz).

Das lässt sich alles noch fortsetzen, aber das Prinzip ist klar. Es geht hier nicht um abstrakte Begrifflichkeiten und um die richtige Definition von "links". Es geht auch nicht um die Gewaltaffinität einiger militanter Gruppen – die wird es so immer geben. Es geht darum, dass Linke bis weit in bürgerliche Milieus und bis in steuermittelfinanzierte Institutionen, ja bis an die Spitze von Ministerien Gewalt ganz in Ordnung finde – sobald sie nur die Richtigen trifft.

Das ist sehr wohl ein Problem einer heutigen demokratischen Linken, aus dem sie mit geeigneten Begriffsdefinitionen nicht herauskommt. Meine Interpretation: Diese Linke ist so ziellos geworden, weiß so ganz und gar nicht mehr, wofür sie eigentlich da ist und was an ihr eigentlich "links" ist – dass sie sich nur noch im Kampf gegen Gegner, die sie irgendwie als "rechts" ansieht, als links und human ansehen kann.

Ohne FEINDE würde diese Linke einfach stillschweigend in sich zusammensacken. Sie braucht also immer wieder Gruppen, die sie als "Herrschende", als "Machthaber", als "Rechte" bekämpfen kann und mit deren Mitgliedern sie dementsprechend nicht einmal versuchsweise Empathie empfindet.

Dass jetzt Gabriel, Maas, Stegner etc. Wagenburgen bauen – empört auf Konservative verweisen, die die Hamburger Verwüstungen "instrumentalisieren" wollten – und sich dagegen verwahren, dass die Täter auch nur irgendwas mit Linken zu tun hätten: Das halte ich überdies für einen gravierenden politischen Fehler, auch in taktischer Hinsicht. Wer Wagenburgen baut, hält vielleicht mit Mühe und Not den eigenen Kern zusammen, aber er kann darüber hinaus niemanden mehr überzeugen und hereinholen.


Die in der Linken gerne ignorierte oder bagatellisierte Gewalt speziell aus dem feministischen Spektrum habe ich immer wieder in meinen Büchern und hier auf Genderama angesprochen. Für Politik und Leitmedien ist sie außerordentlich selten ein Thema.

Donnerstag, Juli 13, 2017

US-Bildungsministerin trifft Männerrechtler – News vom 13. Juli 2017

1. So etwas möchte man in Deutschland mal erleben: Betsy DeVos, Bildungsministerin der Vereinigten Staaten, wird sich dieser Tage nicht nur mit Vertretern von Opfern sexueller Gewalt treffen, sondern auch mit Männerrechtlern, die sich für die Bürgerrechte von Falschbeschuldigten einsetzen. Etliche Publizisten sind breitflächig empört und beschimpfen die Männerrechtler als "frauenfeindliche Hate-Groups". Gewünscht wird offenbar, dass so wie bei vielen Campus-Gerichten nach Vorwürfen sexueller Gewalt und eigentlich der Geschlechterdebatte insgesamt, weiterhin nur eine Seite zu Wort kommt.

Etwas ähnliches fand kürzlich im israelischen Parlament, der Knesset, statt. Die Jerusalem Post berichtet, und ich zitiere mal etwas ausführlicher, da wir über Israels Männerrechtler sonst nicht so viel hören:

Two meetings on women’s issues took place simultaneously only steps apart in the Knesset Monday, but their perspectives differed by miles.

The Knesset Committee on the Advancement of the Status of Women and Gender Equality held a meeting on helping women get out of sex work and abusive situations, while the Committee on Distributive Justice and Social Equality discussed women who make false complaints to the police about their ex-husbands.

(...) The latter meeting was deeply controversial and faced attempts to prevent it from taking place.

Feminist organizations petitioned the Knesset, saying the discussion was an attempt to silence victims of domestic violence, and Knesset Legal Adviser Eyal Yinon ruled that the topic doesn’t fall under the committee’s purview. In response, Knesset House Committee chairman Yoav Kisch held a flash vote to extend the authority of his fellow Likud MK Miki Zohar’s committee.

Hundreds of divorced fathers have joined the Likud in recent years who are hopeful the party’s MKs will pass laws more favorable to them.

(...) In the end, the discussion took place with no one representing the side of the apparently large number of domestic violence complaints that are legitimate.

Asked about the absence of feminist organizations at the meeting, Israel Women’s Network spokeswoman Eleanor Davidoff said: "The men’s organizations can talk to themselves."

Knesset Committee on the Advancement of the Status of Women chairwoman Aida Touma- Sliman said: "It’s horrifying and shameful that someone in this Knesset has the audacity to hold this meeting after 16 women were murdered by their husbands in Israel this year, four in one week this month."

Zohar said: "I’m sorry women’s organizations chose to boycott the meeting, but it’s their choice and I respect it."

The MKs leading the meeting, titled "Dealing with False Complaints - Are Men Equal in the Eyes of the Law?" defended their position.

"I respect women’s organizations and understand their concerns," Zohar said. "The fact is, many women are victims of violence, and some were murdered ... At the same time, we have to say there are men who paid a heavy price because of false complaints. There is a phenomenon of many women deciding this is an efficient tool to reach goals related to custody, promotions at work, revenge for cheating men or things like that."

Zohar took police to task for not looking into more of the closed cases, and for not providing information as to whether men or women are behind most of the false complaints.

Kisch said some divorce lawyers suggest that women lie to police and say they were abused because there are no consequences for doing so.

"It’s absurd that they can break the law and ruin the other side’s life. Why do divorced men commit suicide? Because normative men are thrown in jail. I want to tear the mask off this phenomenon," he said.

Likud MK Nava Boker said that false complaints hurt true victims of domestic violence and called for greater punishments for those who lie to the police.

"No one can accuse me of being against women," Yisrael Beytenu MK Yulia Malinovski said, adding: "When a woman complains, the man is not considered innocent until proven guilty, and then, how can he prove anything?"

Jesse Shalev, a divorced father whose wife filed two false complaints of domestic violence with the police, said Malinovski’s point is the real problem.

"Men need to be treated as innocent until proven guilty, like every other crime," Shalev told The Jerusalem Post. "If there’s no benefit to making a false claim, then they won’t make them. At the first complaint, he is automatically considered a criminal with a two-week restraining order, and only the questions are asked. False claims are a tool used against men to punish them ... False claims are often used to ‘prove’ the husband is not worthy of being a parent, to get the wife more custody and child support – and that’s without any proof. So many problems would be solved by removing the guilty-until-proven-innocent standard," he added.




2. Der Blogger "Lotosritter" hat mehrere sexistische Passagen im aktuellen Wahlprogramm der Grünen ausfindig gemacht und wendet sich in einem Blogpost dagegen, wie diese Partei ihren Anteil an sexuellem Missbrauch schon wieder unter den Teppich kehren möchte.



3. In der feministischen "Edition F." versucht David Müller, sich als Frauenversteher zu profilieren. Die Bloggerin Miria gibt ihm die verdiente Antwort.



4. Ein interessanter Kontrapunkt zu meinem Rant über linksextreme Gewalt gestern: Die Gewerbetreibenden des Hamburger Schanzenviertels sehen sich durch die Autonomen weniger geschädigt als beschützt.

Mittwoch, Juli 12, 2017

Frauenministerium: Väter wünschen bessere rechtliche Bedingungen – News vom 12. Juli 2017

1. Das Bundesfrauenministerium berichtet über die ersten Ergebnisse einer Befragung von Trennungseltern:

So wünschen sich 51 Prozent der Trennungseltern, dass die Kinder die Hälfte der Zeit beziehungsweise annähernd gleichmäßig von beiden Elternteilen betreut werden. 15 Prozent der Trennungseltern erziehen bereits gemeinsam. Unter diesen Eltern haben 93 Prozent eher gute bis sehr gute Erfahrungen mit ihrem Betreuungsmodell gemacht.

(...) Den Ergebnissen der Studie zufolge, wünschen sich vor allem Väter bessere rechtliche Bedingungen für getrennt erziehende Eltern. Der großen Mehrheit geht es dabei um finanzielle Unterstützung (68 Prozent). Viele wünschen sich auch eine stärkere steuerliche Berücksichtigung von Kosten, die Getrennterziehenden entstehen (60 Prozent). Gerade Väter wünschen sich häufig auch, dass ihr Betreuungsanteil im Unterhaltsrecht Berücksichtigung findet.




2. Bei Österreichs "Standard" träumt man ein bisschen:

Würden Frauen die Welt verändern, wären nur sie an der Macht? Nein, sind viele überzeugt. Andere hoffen auf Gesetze gegen Mansplaining.


Hier geht es weiter. Diskutiert wird über das Thema heute bei Christian Schmidt.



3. Eine neue Studie entdeckt Sexismus zu Lasten von Männern in der Forschung über sexuelle Übergriffe:

Sexism is alive and well in sexual assault research, but this time men are the target. A new study conducted by researchers at Florida Atlantic University and Sam Houston State University debunks a long-standing theory that sexual assault isn't as emotionally traumatizing for men as it is for women and that it doesn't result in similar emotional impacts, especially when it comes to depression.

Sexual assault is unwanted sexual contact – including rape – and is a traumatizing event linked to numerous mental health consequences associated with negative outcomes such as depression, posttraumatic stress disorder, fear, anxiety, alcohol dependence, use of illicit substances, suicidal ideation, and attempted suicide. While there is extensive research on the collateral consequences experienced by females, almost no research exists on how sexual violence affects adult, non-incarcerated males or how it affects them as compared to females.

Using a sample size of 11,860 adults in the United States (5,922 men and 5,938 women) obtained from the National Violence Against Women Survey's database, the researchers sought to challenge a sociological theory that explains that men are more likely to respond to sexual assault with anger and by engaging in criminal activity, while women are more likely to respond with depression and sadness.

(...) "When we began this study, we thought for sure that we would find that females who were sexually assaulted would exhibit higher depression scores than males who were sexually assaulted," said Dario. "I think this is probably because of antiquated ideas that men and women experience emotions differently. What we actually discovered, much to our surprise, is that sexual assault is traumatic regardless of gender."

The researchers suspect that it is possible that men may even experience depression more than women because they don't have the social outlets and support systems available to women and therefore may wind up internalizing their feelings and emotions.

(...) In 1980, men made up between 1 to 10 percent of rape reports received in crisis centers, hospitals and emergency rooms; in 1997, they represented between 5 and 10 percent of all reported rapes. More recently, National Crime Victimization Survey results show that men make up about 38 percent of sexual assault and rape incidents reported, and those in the military are particularly vulnerable and more unlikely to report an assault.

"There is no room for 'sexism' in sexual assault research [by ignoring male victims] and we must bring attention to an issue that impacts men equally, especially if we know that their negative emotional responses are treatable," said Dario.




4. Research Digest, das Magazin der British Psychological Society, weist auf eine weitere Studie hin, der zufolge sexuelle Übergriffe durch Frauen überraschend häufig sind:

Writing in "Aggression and Violent Behaviour" the researchers stress that they are in no way intending to minimise the human cost of sexual violence perpetrated by men. But they say their results are "sufficiently robust so as to compel a rethinking of long-held stereotypes about sexual victimisation and gender".

Stemple’s team begin by pointing to data from the Center For Disease Control’s Survey of thousands of people for the "National Intimate Partner Violence and Sexual Violence". In 2011, for example, this survey showed that equal numbers of men and women reported being forced into non-consensual sex (either raped themselves or forced to penetrate someone else).

(...) To illustrate the prevalence of female offending, the researchers highlighted the number of men who reported being forced by a woman to penetrate her. The survey estimated that nearly 4.5 million men in the US had at some time in their lives been forced to penetrate another person, and crucially, that in 79.2 per cent of cases the perpetrator forcing the sexual act was a woman.


Das sind über 3,5 Millionen Vergewaltigungsopfer, über die nur wir "Masku-Nazis" sprechen, weil für alle anständigen Leute diese Opfer das falsche Geschlecht haben. Und wenn Sie das wütend macht, dann benutzen das Demagogen wie Michael Kimmel, der Liebling des bei diesem Thema mucksmäuschenstillen Bundesforums Männer, um vor Ihnen als "angry white man" zu warnen.

Stemple’s team also considered data from college samples. Most recently, a 2014 study of 284 men and boys in college found that 43 reported having been sexually coerced, mostly unwanted sexual intercourse, with 95 per cent of the perpetrators reported as being female. (...) The results (...) challenge stereotypes about men, they added, such as that they have "an insatiable desire for sex", and they challenge rape myths such as that it is impossible for "a big strong man to be raped by a woman" (which the majority of students endorsed as true in a recent survey).

(...) Finally, the "culture of denial" about female sexual offending means that most female offenders are not convicted, and when they are, they receive lighter sentences, Stemple and her colleagues said. Male victims may feel pressure to interpret their victimisation experiences in a way consistent with masculine ideals, "such as the idea that men should relish any available opportunity for sex."




5. Die Post und zum Teil Off-Topic. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Es ist wirklich unglaublich. Ich öffne Deinen Blog - und es steht wieder eine Geschichte und ein Link da, der haargenau zu meinen Beobachtungen der letzten Tage passt. So zum Beispiel der Link über die Krawallmacher und Krawallmacherinnen in Hamburg vom 10. Juli. Gespenstisch, als hätten wir dieselben Gedanken.


Allein über die verschiedenartigsten Rationalisierungsversuche von Linken, um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Gewalt in ihrem Lager abzuwürgen, könnte ich einen ausführlichen Blogeintrag schreiben. Schon eine kursorische Liste enthielte

1 a.) Vergleiche mit dem Reichtstagsbrand, als ob diese Gewaltakte alle nur Propaganda von Linkenhassern wären

1 b.) Variante davon: die Täter waren in Wahrheit alles V-Leute. Und Agents Provkateuers. Und Rechtsradikale. Letzten Endes bleiben vielleicht zwei oder drei linke Gewalttäter übrig.

2.) Schuldzuweisungen an den politischen Gegner (Polizisten/das bürgerliche Lager/Merkel), der für den Terror entweder der wahre Verantwortliche sei oder ihn "ausschlachte",

3.) peinliche Rhetorik, der zufolge Linke und Gewalt nie etwas miteinander zu tun haben können, offenbar weil es niemals die RAF, Stalin, Mao oder radikale Feministinnen gab. (Diese Rhetorik wird allerdings immer wieder unterminiert von anderen Linken, die fordern, dass sich die Linke nicht in den friedlichen und gewalttätigen Teil auseinanderdividieren lassen dürfe – und von Attac-Statements wie diesem, denen zufolge bei "unserer Großdemo (...) gewaltfreie Organisationen und solche, die Militanz nicht ausschließen, punktuell zusammenfinden" können),

4.) bizarre Relativierungen ("in Hamburg fallen Gehwegplatten, aber anderswo fallen Bomben!"),

5.) Erklärungen, dass linke Gewalt "bessere" Gewalt sei ("Durch rechte Gewalttäter werden Menschen verletzt, durch linke Chaoten höchstens Polizisten.")

6.) Erklärungen, dass diese Gewalt einem höheren Zweck gedient habe und deshalb leider in Kauf genommen werden müsse,

7.) offene Verhöhnung der Opfer ("Ach ja, des Deutschen liebstes Kind, sein Auto!"),

8.) eine völlige Verkehrung von Tätern und Opfern ("es findet eine Hetzjagd auf die Linke statt"), die sich gelegentlich in kompletten Schwachsinn hinein steigert ("jetzt darf man wohl nicht mehr mal irgendwelche LINKS setzen, höhöhöh!")

und dergleichen mehr. Halb Facebook ist derzeit voll von dem Dreck.

Für eine komplette und tiefer gehend zitierende Aufgliederung all dieser bizarren Rhetorik fehlt mir die Zeit, und Genderama ist ja auch ein geschlechter- und kein allgemeinpolitisches Blog. Derzeit müssen vor allem meine armen Facebook-Kontakte ertragen, dass ich mehrmals am Tag gelungene Artikel zur Aufarbeitung des Terrors mit ihnen teile. Statt anhaltender Versuche, diese Gewalt herunterzuspielen, wäre meines Erachtens allmählich ein Aufstand der Zivilgesellschaft gegen diese unappetitliche Brut gefragt. Nach den Reaktionen, die ich stattdessen lese, könnte das linke Lager meine Stimme zur Wahl auch dann vergessen, wenn seine Parteien NICHT durch und durch sexistisch wären. Dass sich so viele Linke für das Stammesdenken entscheiden – in erster Linie muss das eigene Lager verteidigt werden –, finde ich hochgradig bedenklich.

Der freie Journalist Ragnar Weilandt schrieb zu der Misere gestern Abend in einem durchgehend lesenswerten Artikel unter anderem das:

Die Verantwortung für Gewalt liegt nicht nur bei denen die tatsächlich zuschlagen, werfen und zerstören. Bereits vor dem Gipfel haben diverse linke Aktivisten die Anwendung von Gewalt relativiert und sogar gutgeheißen. "365 Tage der Gewalt ausgesetzt sein heißt sich wehren zu dürfen, können und müssen" schrieb Sören Kohlhuber, der sich bei Twitter als antifaschistischer Journalist ausgibt. Hashtag #gewaltfreigibtsnicht.

Gegen wen wehrt ihr euch? Gegen arbeitende und angestellte Kleinwagenbesitzer? Gegen Lembkes Altenpflegedienst, dessen Fahrzeug in Flammen aufging? Gegen die Filialen von Rewe und Budnikowsky im Schulterblatt? Damit habt ihr es dem bösen kapitalistischen Staat aber mal so richtig gezeigt.

Am Freitagabend schrieb Kohlhuber: "Jede Flasche, jeder Stein hat heute seine Berechtigung". Wenn er gerade nicht zu linker Gewalt aufruft, schrieb er zumindest bislang für den Störungsmelder, einen Blog der ZEIT auf dem rechte Gewalt dokumentiert wird. Vielleicht wäre es besser, wenn in Zukunft nicht Kohlhuber für den Störungsmelder schriebe, sondern der Störungsmelder über ihn.


Die Journalistin Liane Bednarz, bekannt geworden vor allem durch ihre Auseinandersetzung mit rechten Milieus, schreibt auf Facebook:

Mich haben x Leute, die eher links sind, in den letzten Tagen entfolgt und entfreundet. So wie früher rechte Christen. Das ist mir inzwischen egal. Ich bin, nachdem ich das Lagerdenken und das Messen mit zweierlei Maß über Jahre so massiv erlebt habe, nicht mehr bereit, dieses zu tolerieren. Wer die Gewalt in Hamburg dahingehend relativiert, dass diese ja nicht "links" gewesen sei und die empörten Reaktionen nun als "Linkenbashing" denunziert, hat für mich seine Glaubwürdigkeit in der Haltung "gegen rechts" verloren und ist für mich kein Mitstreiter mehr.

Gott sei Dank gibt es aber auch in alles Milieus viele Menschen, die von Doppelmoral nichts wissen wollen und diese auch nicht leben. Viele redliche Linke zeigen das in diesen Tagen, die eines so genau lehren: Die Unterscheidung der Geister.


Deutlich zur Verharmlosung linker Gewalt in Politik und Medien wird auch der Extremismusforscher Klaus Schroeder:

Linke und Grüne laufen in Demonstrationen mit, deren Initiatoren zum Rechtsbruch oder gar zur Gewalt aufgerufen haben. Nach Krawallen wie jüngst in Hamburg argumentieren sie genauso wie Linksextremisten und erklären angebliche staatliche Willkür zum Grund der Gewaltexzesse. Es ist paradox, dass Linke-Politiker der AfD geistige Brandstiftung vorwerfen, die zu Anschlägen auf Flüchtlinge führen, aber selbst kein Problem damit haben, verbal Kriminelle zu unterstützen, die Polizisten mit Steinplatten bewerfen. Die Linke distanziert sich nicht von Gewalt, Teile der Grünen tun sich schwer damit. Äußerungen des Bedauerns über Gewaltausbrüche sind Lippenbekenntnisse, die heimliche Sympathien verdecken sollen. Das gilt auch für Organisationen wie Attac.

(...) Linke Gewalt- und Hassprediger dürfen sogar in den öffentlichen Medien auftreten. Kürzlich durfte die Sprecherin der Interventionistischen Linken in einer ZDF-Talkshow schwadronieren. Dürfen Rechtsextreme auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftreten und zur Gewalt aufrufen? Linke Gewalt wird leider immer noch verharmlost. Und das rächt sich jetzt.


Auf einen Männerrechtler in einer ZDF-Talkshow warten wir übrigens noch immer.

Aber nachdem dieser kleine Exkurs mal wieder länger geworden ist, als ich geplant hatte, zurück zu dem Brief meines Lesers, der mit einem ganz anderen Problem fortsetzt:

Mein besonderer Fokus gilt grundsätzlich den Verunstaltungen der Sprache durch das Gendern.

So schreibt mir meine Bank neuerdings:

"Folgender Fehler ist aufgetreten: Bitte geben Sie die IBAN der Empfängerin ein."

Selbsterklärend, nicht?

In meiner Arbeitsstelle wird außerdem eine neue Gender-Richtlinie immer konkreter. Leider habe ich keinerlei Einfluss darauf und meine feministische Kolleginnen achten sehr darauf, dass das auch so bleibt. Letztens stand bereits ein Artikel im Intranet, in dem von den "Mitarbeitenden" gesprochen wurde, weil man nicht von "Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen" sprechen wollte. Ich fühle mich nicht wirklich angesprochen …

Gendern der Sprache ist sicher nicht der drängendste Kritikpunkt an pervertiertem Feminismus, aber mir ganz persönlich ein Anliegen, da meine SPRACHE betroffen ist. Näher liegt mir derzeit kein vom Feminismus verursachtes Problem.

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