Donnerstag, März 23, 2017

"Weibliche Haue für männliche Feministen" – News vom 23. März 2017

1. "Jetzt gibts weibliche Haue für männliche Feministen" titelt die auflagenstärkste Schweizer Gratiszeitung "20 Minuten". Dem Artikel zufolge wird Männern, die für Frauenrechte eintreten, von feministischer Seite "Einmischen in fremde Angelegenheiten, Bevormundung oder schleichende Unterdrückung" vorgeworfen.

So musste sich ein Demonstrant laut "Aargauer Zeitung" von einer Demonstrantin anhören lassen: "Männer können nicht für uns Frauen sprechen. Das wäre patriarchalisch, gönnerhaft, von oben herab." Andere Frauen posten in den sozialen Medien GIFS, in dem Frauen Feministen "die Fresse polieren".

(...) Auch Fabian Molina, Feminist und ehemaliger Präsident der Juso Schweiz, versteht die Kritik. "Es gibt viel Ungleichheit, die ich als Mann nicht erfahren habe." Männer könnten nicht nachempfinden, wie es sei, im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen oder wegen einer Schwangerschaft den Job zu verlieren. "Darum ist es wichtig, dass sie sich für Gleichstellung einsetzen, aber sich nicht anmassen, für die Frauen zu sprechen."


Warum die Menschengruppe, die weit häufiger das Opfer von Gewaltkriminalität wird, es angeblich nicht nachempfinden könne, "im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen", verrät Molina natürlich nicht.

Jedenfalls bleibt es eine Illusion, dass man sich in feministischen Augen von dem Makel, zum minderwertigen Unterdrückgergeschlecht zu gehören, dadurch reinwaschen kann, dass man die Ideologie unterstützt, die die These vom minderwertigen Unterdrückgergeschlecht verbreitet. Umso verwunderlicher ist es, dass sich Männer hier überhaupt noch am Gängelband durch die Manege ziehen lassen.



2. Schwule Justizopfer werden von der Bundesregierung Jahrzehnte später rehabilitiert, und ein schwuler Flüchtling kann sich nach einem jahrelangen Gerichtsstreit vor der Abschiebung nach Marokko retten.



3. Rechtsanwalt Markus Kompa kommentiert Simone Schmollacks krude Attacken auf Bundesrichter Thomas Fischer und dessen Reaktion.

Mittwoch, März 22, 2017

Thomas Fischer filetiert Simone Schmollack – News vom 22. März 2017

1. Das eigenwillige Verständnis der taz-Mitarbeiterin Simone Schmollack von Journalismus ist manchem Genderama-Leser wohl noch in guter Erinnerung. Die neueste Peinlichkeit: Schmollack versucht, für ein gescheitertes Interview mit Bundesrichter Thomas Fischer ihren Interviewpartner verantwortlich zu machen und wird daraufhin von ihm zerlegt.



2.
Männer sind nicht nur als Mitarbeiter auf Gleichstellungsbüros immer häufiger. Auch als Ratsuchende werden sie zahlreicher. Auch wenn noch immer mehr Frauen bei der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich Rat suchen: Ein Drittel der Anfragen kommt in Zürich bereits von Männern – gerade in Vereinbarkeitsfragen.


Die Schweizer Gleichstellungsbeauftragte Anja Derungs verwahrt sich dennoch gegen die Wahrnehmung, dass Männer die Verlierer der Gleichberechtigung sind – "auch wenn das viele anders sehen".



3. Der eigentlich feministisch ausgerichtete britische "Guardian" berichtet darüber, dass unter männlichen Bauarbeitern die Selbstmordrate am höchsten ist.

Suicide is the leading cause of death for men under 50 and about four in five (10,688) deaths included in the analysis were among men. The ONS found low-skilled male construction workers had the greatest risk, at 3.7 times above the national average. Building finishing trades, including plasterers, painters and decorators, had a risk twice the national average and the risk for low-skilled workers in process plant operations was 2.6 times higher. The agricultural sector also carried an elevated risk for men, more than 1.5 times above the average for both low-skilled and high-skilled workers.


Zu der Info, dass sich mehrere Male so viele Männer wie Frauen das Leben nehmen, passt ein anderer aktueller Artikel des "Guardian":

The report, Dying from Inequality, says there is "overwhelming evidence of a strong link between socioeconomic disadvantage and suicidal behaviour".

It says governments should place a stronger emphasis on suicide prevention as an inequality issue. It calls for national suicide prevention strategies to be targeted at the most vulnerable people and places, in order to reduce geographical inequalities in suicide.

Samaritans also calls on workplaces to put in place suicide preventions plans and provide better psychological support for employees experiencing job insecurity or affected by downsizing.

"Men in the lowest social class, living in the most deprived areas, are up to 10 times more at risk of suicide then those in the highest social class living in the most affluent areas," the report says.

Recent research indicates middle-aged men are at higher suicide risk due to economic recession. Unemployed people are two to three times more likely to die by suicide than those with a job.

The least skilled occupations have higher rates of suicide, and a low level of educational attainment and no home ownership has been found to increase an individuals risk of suicide, the report says.

Suicide rates are two to three times higher in the most deprived neighbourhoods compared to the most affluent, and admissions to hospital after self-harm are two times higher.


Es ist bemerkenswert, wie sehr hier das Thema vermieden wird, dass auch die bei weitem höhere Selbstmordrate von Männern gegenüber Frauen ein Kennzeichen für gesellschaftliche Ungleichheit zu Lasten von Männern ist. Region, Beruf, soziale Schicht – die verschiedensten Kategorien werden als Faktoren benannt. Allein die Geschlechtszugehörigkeit bleibt ausgeblendet.



4. Mal wieder ein Fundstück aus dem Web: Feministinnen reagieren mitunter wirklich bizarr auf den Wahlsieg von Donald Trump.



5. Dieser Comic persifliert eine Situation, die etliche Feminismuskritiker schon erlebt haben und erfreut sich deshalb auf Facebook gerade großer Beliebtheit.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Hallo Herr Hoffmann,

dieser Artikel über indische Ingenieurinnen ist vielleicht interessant für Genderama. Er widerspricht gängigen Klischees und wirft abermals die Frage auf, warum Frauen im gleichberechtigten Westen relativ deutlich seltener Ingenieurwissenschaften studieren als in den frauenunterdrückenden Entwicklungsländern. Eine nette Karikatur bringt es ganz gut auf den Punkt.

Sonntag, März 19, 2017

Für Feministinnen war gestern der 7. Januar – News vom 19. März 2017

1. Die mediale Berichterstattung zum Equal Pay Day lief wie gewohnt: Die Zeit titelt so regierungstreu und unkritisch wie üblich "Bis heute haben Frauen umsonst gearbeitet" und hat ausnahmslos Frauen bis hin zu zwei Vertreterinnen der Linken gefragt, die dieser Weltsicht zustimmen. Gegenteilige Meinungen gibt es in den Augen der "Zeit" keine. Aufklärend hingegen ist Telepolis mit dem Beitrag "Ten Years Gender Pay Gap-Mistake - Ein Irrtum wird zehn Jahre alt". Eine der wenigen Ausnahmen aus dem Gleichklang der Propaganda stellt auch die Rundschau Duisburg dar:

Anlässlich des Equal Pay Days (18.03.2017), dem internationalen Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, macht Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, deutlich: "Der so genannte ‚Gender Pay Gap‘, also die im Durchschnitt schlechtere Bezahlung von Frauen, existiert hauptsächlich aufgrund ungenutzter Chancen." (...) Schmitz: "Nach Einbezug einer ununterbrochenen Beschäftigungsdauer bleibt eine Lücke von ca. zwei bis drei Prozent." Deshalb lautet Schmitz‘ klare Schlussfolgerung: "Der Gender Pay Gap lässt sich nicht durch Gesetze und Regeln lösen." Dies ist auch eine klare Absage an die Politik und ihre Pläne eines Lohngleichheitsgesetzes, das Schmitz als "Effekthascherei im Wahljahr" einordnet. (...) "Die Branchentarifverträge legen eindeutig fest, dass aus gleicher Arbeit auch gleiches Geld erfolgt. Aber leider entscheiden sich die meisten jungen Frauen trotz anspruchsvoller Ausbildung, bester Perspektiven, hoher Flexibilität sowie guter Möglichkeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf nicht für einen technischen Beruf", bedauert Schmitz und erklärt weiter: "Frauen müssen die Chancen auf mehr Gehalt auch ergreifen und ergreifen können – hier sehe ich Defizite."


Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall stellt klar: "Ehrlicher Equal Pay Day war am 7. Januar". In dieser Pressemitteilung heißt es:

In der Debatte um Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen fordert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Initiatoren des morgigen "Equal Pay Days" zu mehr Redlichkeit in der Debatte auf. "Entscheidende Gründe für die statistische Differenz sind die Berufswahl und die Erwerbsunterbrechungen", betonte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. So habe etwa das statistische Landesamt Sachsen-Anhalt in dieser Woche erklärt, dass die unbereinigte Lücke in Sachsen-Anhalt gerade einmal 2 Prozent betrage – ganz ohne Entgelttransparenzgesetz oder sonstige Eingriffe des Gesetzgebers.

(...) Zander verwies darauf, dass auch das Statistische Bundesamt betont habe, dass die bereinigte Lücke, die Qualifikation und Tätigkeit berücksichtigt, bundesweit bei 6 Prozent liege. Würden familienbedingte Erwerbsunterbrechungen mit einberechnet, schwinde die Lücke fast vollständig. Bei vergleichbarem beruflichem Hintergrund ergebe sich laut weiterer Berechnungen bei Frauen, die höchstens anderthalb Jahre für die Kinderbetreuung aussetzen, lediglich eine Differenz von rund 2 Prozent. "Der ehrliche 'Equal Pay Day' war bereits am 7. Januar. Wer wider besseres Wissen mit den 21 Prozent und mit dem 18. März als 'Equal Pay Day' argumentiert, verbreitet Fake News, statt auch nur einer einzigen Frau außerhalb der Gleichstellungsindustrie zu helfen".


Die Leitmedien übergehen Wortmeldungen wie diese fast durchgehend. Sobald die Bevölkerung beide Seiten zu hören und zu lesen bekäme, würde die feministische Ideologie und alle Parteien und Medienorgane, die darauf beruhen, massiv an Zustimmung verlieren. Also noch mehr als ohnehin schon. Ebenfalls auf Telepolis findet man nämlich auch diesen Artikel: "Vertrauen in Medien, Parteien und Regierungen ist weiter gesunken". Ein Auszug:

Die Zahlen belegen auch: Wenn weniger als die Hälfte - und teilweise sogar viel weniger als die Hälfte - einer Bevölkerung kein Vertrauen mehr in Medien, Parteien und Regierungen eines Landes haben, dann müssen schwerwiegende Gründe vorliegen, die zu diesem Vertrauensverlust geführt haben. Offensichtlich gibt es einen tiefen Graben zwischen weiten Teilen der Bevölkerung und "ihren" Institutionen. Deutlich wird, dass ein mangelndes Vertrauen nicht nur in kleinen, mehr oder weniger von der Mitte der Gesellschaft entkoppelten Gruppen vorherrscht, die aufgrund ihrer eigenen abweichenden politischen Meinung und Gesellschaftsbild mit Argwohn auf die Institutionen blicken.

Diese Werte, die in dem Global Trust Report zum Vorschein kommen, legen nahe, dass große Zweifel an den angeführten Institutionen vielmehr aus der gesellschaftlichen Mitte kommen müssen. Interessant am Rande: Auch auf der Webseite des Bayerischen Rundfunk (BR) findet die Studie Erwähnung. Dort wird angeführt, dass das Vertrauen der Deutschen in Institutionen wie die Polizei (85 Prozent), die Justiz (67 Prozent) oder die Bundeswehr (64 Prozent) besonders hoch ist. Das geringe Vertrauen in die Medien wird aber nicht angesprochen - nur in einer Tabelle werden die für die Medien gemessenen Werte angeführt, die sich die Leser dann selbst anschauen können. Dabei hatte der BR 2016 eine eigene repräsentative Studie zum "Vertrauen in die Medien" durchgeführt und über sie breit berichtet. Hervorgehoben wurde, wie groß das Vertrauen der Deutschen doch in die Öffentlich-Rechtlichen sei.




2.
Der Ex-Geliebten von Jörg Kachelmann Claudia D. droht eine Anklage wegen Freiheitsberaubung. Ihr Anwalt will offenbar neuerdings nicht einmal ausschließen, dass sie sich die Tat nur eingeredet hat.


Spiegel Online berichtet von Claudia Dinkels letzten Manövern, um für ihr Tun nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.



3. Anstelle der Post hier mal wieder ein Beitrag, den ich aus Christian Schmidts Kommentarspalte gefischt habe, weil ich diese Beobachtung besonders treffend finde:

War grade Lebensmittel einkaufen, da steht vor dem Supermarkt ein obdachloser Mann der die Dresdener Straßenzeitung "drobs" verkauft. Das Prinzip dieser Zeitungen sollte ja geläufig sein, der Straßenverkauf soll Obdachlosen eine Chance zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft bieten.

Ich werfe einen flüchtigen Blick auf das Cover: "Starke Frauen – Frauen 2017: sind wir schon gleichberechtigt?"

Ich kaufe eine und lege noch etwas drauf, ist ja klar, Männersolidarität.

Jetzt hab ich mal durchgeblättert, hier eine Auswahl der Themen:

"Die Medizin ist noch immer eine Männerwelt"

"Equal Pay Day: Wider die Lohnlücke". Die übliche Lügenarie.

"Unternehmen erkennen die Kompetenzen der Frauen"

"Von alten und neuen Meisterinnen – Kritik an der männlich dominierten Erzählung von Kunst"

"Guter Rat ist nicht teuer – Das Frauenzentrum 'Guter Rat' unterstützt Frauen in Notlagen"

Daraus: "... als Anlaufstelle für Frauen in Krisensituationen und wird mit städtischen Mitteln zur Gleichstellung von Mann und Frau gefördert."

Öffentliche Gelder? Na zum Glück ist dieser Rat nicht teuer. Ob es wohl im gleichgestellen Deutschland ein vergleichbares Angebot für Männer in Krisensituationen gibt? Vielleicht sogar eines, das jener obdachlose Zeitungsverkäufer hätte nutzen können, bevor es zu spät war?

Tja. Und die Moral von der Geschicht‘? Für mich grenzt es an übelkeiterregenden Hohn, dass die große Mehrheit der Obdachlosen männlich ist, dabei aber der pro Kopf erheblich kleinere Teil der Steuermittel für sie aufgewandt wird – und dann steht da diese arme Kreatur und hält eine Zeitschrift hoch, die verkündet, wie benachteiligt frau ist.

Wie kann eine Gesellschaft derart in moralische Schieflage geraten. Ich find’s widerlich.

Samstag, März 18, 2017

Sexualpolitisch aufgeladene okzidentale Überlegenheitsnarrative und paradoxe Rückkopplungsaspekte von Fremd- und Eigenwahrnehmung, fuck yeah! – News vom 18. März 2017

1. Unter der Überschrift "Kaum jemand wagt es, zu kritiseren" beschäftigt sich Birgit Schmid in der Neuen Zürcher Zeitung damit, wie mit der Gender-Lobby die politische Korrektheit an die Universitäten kam. Hierzu gehört ein weiterer Artikel Schmids, "Sie kämpfen am Stehpult", der deutlich ausführlicher ist. Ein Auszug:

Das Geschlecht sei politisch, sagte die Gender-Forschung weiter und erhob diesen Satz zum Programm. Und gerade deshalb wird ihr wissenschaftlicher Anspruch heute immer öfter infrage gestellt. Man wirft ihr vor, die Wissenschaft zur Kampfzone zu machen und die Vorlesung zur Predigt. Darf sich etwas Wissenschaft nennen, dessen Vertreterinnen eher eine Gesinnung eint, statt dass sie für ihre Theorie Beweise liefern?

(...) Trotzdem fragt man sich, zu was für Erkenntnissen die eng vernetzte Gender-Gemeinschaft bisher beigetragen hat – und was sie genau macht mit ihren Fördergeldern. Liest man sich durch die Forschungsprojekte, entsteht vor allem der Eindruck, dass man die sperrige Sprache beherrschen muss, um dazuzugehören. Da lautet ein Titel: "Musik und Gender: Othering und Selbstaffirmierung in der europäischen Musikgeschichte. Warum spielen mehr Männer E-Gitarre als Harfe?". Um "Sexuellen Exzeptionalismus" geht es in einem Gastvortrag am 20. März an der Uni Basel: Die Referentin von der Berliner Humboldt-Universität beschäftigt sich "mit sexualpolitisch aufgeladenen okzidentalen Überlegenheitsnarrativen und paradoxen Rückkopplungsaspekten von Fremd- und Eigenwahrnehmung der abendländischen Liebes- und Sexualordnung". (...) Die Absicht, die Welt gleicher zu machen, scheitert schon an der elitären Vermittlung. Man richtet sich nicht an andere, sondern nur an die Eingeschworenen. Eine Elite predigt die Gleichheit.




2. In dem Artikel Schwierigkeiten beim Abbruch von Schweigemauern beschäftigt sich der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe noch einmal mit Cassie Jayes Männerrechtler-Doku "The Red Pill". Erfreulicherweise ist Schoppe damit einverstanden, dass ich ihn hier sehr ausführlich zitiere:

Das eigentlich ist das Zentrum des Films: Ein empathischer Blick auf Männer und Jungen. In deiner Szene sieht sich Jaye gemeinsam mit einer anderen Frau einen Film über die Beschneidung eines Jungen an. Der Frau stehen die Tränen in den Augen, Jaye wirkt zunächst gefasst – und greift dann auch zum Taschentuch.

"Es gibt da draußen einen Ozean des Leidens" (There’s an ocean of pain out there) – der pathetische Satz Dean Esmays aus seinem Interview wirkt vor dem Hintergrund der vielen Informationen eben gar nicht mehr deplatziert oder lächerlich.

Vertreter und Vertretrerinnen feministsicher Positionen erscheinen dagegen plötzlich als gefühlskalt. Katherine Spillar vom Ms. Magazine etwa erklärt, Männer hätten lediglich damit Probleme, dass das Spielfeld mittlerweile ausgeglichen sei, nachdem es zuvor beständig zu ihren Gunsten abschüssig gewesen wäre.

Sie übernimmt das Bild vom "levelling of the playing field" aus dem Buch Angry White Men von Michael Kimmel. Der wiederum erklärt hier lachend, Männer hätten zwar manchmal einen "Scheiß-Deal" (crappy deal) abbekommen, sollten aber doch bitte nicht Feministinnen dafür verantwortlich machen.

Michael Messner, Soziologe und Gender-Professor, erklärt spitz, Männer würden sich ohnehin erst nach Trennungen für ihre Kinder interessieren, nachdem sie sich zuvor kaum um sie gekümmert hätten.

Besonder nachteilig präsentiert sich eine Feministin, die wegen ihrer leuchtend roten Haare nur "Big Red" genannt wird. Sie ist an der University of Toronto im Jahr 2013 an massiven Störmanövern beteiligt, die schließlich ausgerechnet eine Veranstaltung zum Geschlechterdialog verhindern. Nach einem falschen, absichtlich betätigten Feueralarm ist die Veranstaltung gesprengt, und Big Red begegnet draußen einigen Menschen, die an ihr teilnehmen wollten. Big Red liest einen feministischen Text vor und beschimpft andere rüde ("Shut the fuck up ... .I’m reading, fuckface"). Später, im Interview mit Jaye, beschimpft sie Männer, die über den Verlust ihrer Kinder klagen, als "dipshit" und besteht darauf, dass all ihre Probleme ohnehin vom Patriarchat verursacht würden.

Hier wird verständlich, warum Feministinnen den Film so massiv attackieren. Er bedroht das Selbstbild, für Geschlechtergerechtigkeit und Menschlichkeit einzutreten – und dies eben dadurch, dass nicht nur über Männer geredet wird, sondern Männer selbst ausführlich zu Wort kommen. Wer die Perspektive anderer nicht ganz ausblenden kann, der nimmt eben auch wahr, wie er selbst von ihnen wahrgenommen wird – und kann sich dann das Selbstbild nicht mehr beliebig nach eigenen Wünschen gestalten.

Gegen Ende berichtet ein Redner bei einer öffentlichen Veranstaltung über ein neu gegründetes feministisches Zentrum zur Männerforschung, bei dem nicht nur Michael Kimmel und Gloria Steinem, sondern auch Eve Ensler wichtige Positionen innehätten – die Autorin der Vagina Monologues. Dass das Publikum darüber lacht, wird spätestens erklärlich, wenn die Situation gedanklich umgekehrt wird. Was wäre wohl, wenn ein Mann durch Penis-Monologe bekannt geworden wäre – und wenn er sich eben dadurch als Experte für Frauenleben und für den wissenschaftlichen Beirat eines Frauenforschungsinstituts qualifiziert hätte?

Dass eben ist ein Nachteil der Weigerung, Perspektiven anderer auf sich selbst wahrzunehmen – Menschen verlieren dabei auch den Sinn dafür, wann sie sich lächerlich machen.

Dass Feministinnen im Film deutlich schlechter wegkommen als Männer und Frauen, die für Männerrechte auftreten, ist jedoch nicht einfach Resultat einer womöglich perfiden medialen Inszenierung. Feministinnen (und Feministen) halten hier die Position durch, soziale Notlagen und Ungerechtigkeiten konsequent auf das Konto eines „Patriarchats“ zu buchen. Männerrechtler hingegen setzen nicht etwa die Fiktion eines Matriarchats oder einer Frauenherrschaft dagegen, sondern vertreten durchgehend vermittelnde Positionen. Elam etwa unterstreicht, dass es auf beiden Seiten sowohl Opfer als auch Täter gäbe (victims and perpetrators on both sides of the fence). Esmay betont, dass Feminismus keineswegs Wurzel allen Übels, sondern bloß Teil des Problems sei – er dämonisiere Männer und degradiere Frauen (demonizes men, diminishes women).

Die abstrakt bleibende Fiktion eines Patriarchats wird unglaubwürdiger mit jedem Beispiel für spezifisches Leid von Männern oder Jungen oder für deutliche Ungerechtigkeiten zu ihren Lasten. Die vermittelnde Position ist dagegen wesentlich realitätstauglicher, weil sie nicht darauf angewiesen ist, Teile der Wirklichkeit auszublenden. Die Fiktion eines Patriarchats wiederum lässt sich nur halten, wenn Erfahrungen und Perspektiven von Menschen verdrängt bleiben, die nicht in das Bild einer männlichen Herrschaft passen.

Wer es also Jaye zum Vorwurf macht, dass hier Feministinnen ein schlechteres Bild abgeben als Männerrechtler – der konzentriert sich vermutlich ganz auf die Idee, dass Wirklichkeit eine mediale Konstruktion sei. Sie hätte den Film anders konstruieren müssen.

(...) So stellt der Film schließlich implizit vor allem zwei Fragen, die offen bleiben. Warum wird die Rede von spezifisch männlichem Leid als ungeheure Provokation wahrgenommen? Und warum gibt es Menschen, die nicht nur selbst den Dialog darüber verweigern – sondern die zudem alles tun, damit auch niemand anderes darüber sprechen kann? Denn Bilder von massiven Störungen männerrechtlicher Veranstaltungen durchziehen den ganzen Film.

(...) Eigentlich müsste jeder Mensch, der sich mit Geschlechterpolitik beschäftigt, begierig darauf sein, ihn zu sehen – weil er eine neue, viel zu wenig vertretene Perspektive einbringt. Statt dessen aber reicht es feministisch inspirierten Aktivistinnen keineswegs, den Film einfach nicht anzusehen – es reicht ihnen nicht einmal, Menschen am Besuch einer Vorführung zu hindern – sie versuchen sogar, die Vorführungen insgesamt zu verhindern. Das hat eine unverkennbar kultische, abergläubische Dimension: Als wäre es schon eine unendliche Belastung, dass es das Böse überhaupt in der Welt gibt – selbst dann, wenn kein einziger Menschen Kontakt dazu haben kann.

Dabei müsste dieser Film eigentlich ein Schmuckstück in jeder feministischen Sammlung sein. Jaye tritt entschlossen für Gleichberechtigung ein – sie öffnet Geschlechterrollen, klärt umfangreich über spezifisches männliches Leid auf und erledigt damit wie nebenbei das Klischee des allzeit starken Mannes – und, vor allem: Der Film hilft dabei, soziale Realitäten anders zu sehen, als sie bislang routiniert und rituell gesehen worden sind.

Doch Jaye rechnet wohl schon mit den massiven feministischen Widerständen gegen diesen Film, und sie erklärt an seinem Ende, dass sie etwas hinter sich lassen musste: Sie würde sich nicht mehr als Feministin bezeichnen.

Vielleicht aber lässt sich auch das auch noch einer anderen Perspektive sehen. Jaye ist durchaus eine Feministin, aber eben eine, die dem feministischen Selbstbild entspricht. Es ist nur zwangsläufig, dass sie sich dann von der feministischen Realität distanzieren muss: von der verbissenen Weigerung, störende Aspekte der sozialen Wirklichkeit auch nur wahrzunehmen – von der gewaltsamen Verhinderung offener Dialoge – von der institutionalisierten und institutionell gemolkenen Geschlechterfeindschaft – und, vor allem, von der Spaltung der Menschlichkeit, mit der selektiert wird, welche Menschen ein Anrecht auf Empathie haben und welche nicht.


Unter Schoppes Artikel findet sich folgender Kommentar einer Leserin namens Renate:

Der Film ist natürlich insofern frauenfeindlich, als dass man sich als anständiger Mensch weiblichen Geschlechts zu Tode schämen muss angesichts der Realität.




3. Die Welt beschäftigt sich mal wieder mit dem Gender Pay Gap:

Personaler betonen, dass weibliche Mitarbeiter für exakt die gleiche Tätigkeit nicht weniger bekommen als männliche. "Unterschiedliche Bezahlung aufgrund des Geschlechts allein spielt kaum eine Rolle", sagt auch Stepstone-Geschäftsführerin Simone Reif. Sie hat die Gehaltsdaten von rund 60.000 Fach- und Führungskräften ausgewertet. Die Studie lag der "Welt" vorab vor.

(...) "Der wichtigste Tipp, um nicht in die Pay-Gap-Falle zu tappen, ist Selbstvertrauen. Frauen verhalten sich in Gehaltsverhandlungen oft zu bescheiden", findet Reif. Jede dritte weibliche Fachkraft habe noch nie nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Das wirke sich direkt auf das Gehalt aus: Wer den Chef einmal im Jahr fundiert auf mehr Geld anspreche, bekommt einer Statistik zufolge rund ein Fünftel mehr Gehalt als die, die es nie tun.


Wer ein wenig deprimiert werden möchte: Die Zeitschrift Unicum hat mehrere Studenten und eine Professorin für Gender-Studien zu diesem Thema befragt. Die Studenten übernehmen das Weltbild der Gendertante komplett: "Das ist genau der gleiche Quatsch wie Rassismus – der ist doch auch vollkommen sinnlos." Was waren das für Zeiten, als alles noch so einfach war ...



4. In einem gelungenen Artikel stellt Cathy Young die Feministin Rebecca Solnit, der wir das Wort "Mansplaining" zu verdanken haben, als The Queen of Fakery vor – denn Solnit hat offenbar eine ähnlich eigentümliche Beziehung zur Wahrheit wie Donald Trump. Dabei kommt Cathy Young auch auf die Tendenz des aktuellen Feminismus zu sprechen, zahllose Frauen auszugrenzen:

It also illustrates a key fact about Solnit’s brand of feminism, in which women’s voices must be respected only if they are "womaning right." Those who don’t — female gamers who support GamerGate, female critics of "Yes Means Yes," women who like the wrong books — are promptly relegated to non-womanhood. No wonder feminism as we know it in 2017 leaves so many women cold.

Freitag, März 17, 2017

CDU, SPD und Grüne lehnen HPV-Schutz für Jungen und Männer ab – News vom 17. März 2017

1. Wie Genderama vor einigen Tagen berichtete, brachte die nordrhein-westfälische FDP einen Antrag auf HPV-Schutzimpfungen von Jungen und Männern ins Parlament ein, der dort gestern diskutiert wurde. Nach guter deutscher Tradition, wenn von irgendeinem Antrag Mitglieder des männlichen Geschlechts profitieren könnten, lehnten die anderen Landtagsparteien diesen Antrag ab (Patriarchat). In einer gestern Abend veröffentlichten Pressemitteilung der FDP-Gesundheitspolitikerin Susanne Schneider heißt es:

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die am häufigsten sexuell übertragenen Viren. Weil einige HPV-Typen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, empfiehlt die Ständige Impf-Kommission (STIKO) schon heute eine Impfung für Mädchen. Da jedoch auch Männer sowohl Virusüberträger sind wie auch selbst von Erkrankungen wie Anal- und Peniskarzinome betroffen sein können, fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schneider, auch eine Impfung für Jungen und Männer:

"Die Freien Demokraten setzen sich für die beste Gesundheitsversorgung beider Geschlechter ein. Es macht daher wenig Sinn wenn durch die Impfung von Mädchen nur die Hälfte der Bevölkerung geschützt ist und wenn Jungen und Männer das Virus weiter in sich tragen und verbreiten können. Aus diesem Grunde halte ich die ausschließliche Impfung von Mädchen nicht mehr für zeitgemäß. Ich bedaure daher, dass der Antrag von SPD, CDU und Grünen abgelehnt wurde. HPV muss stärker in den öffentlichen Fokus rücken, zudem muss die Impfung für Jungen künftig in die "Öffentliche Empfehlung für Schutzimpfungen" des Landes aufgenommen werden.

Die Begründung der Ablehnung von Seiten der Regierungsfraktionen, dass die HPV-Impfung noch nicht in die Empfehlung der Ständigen Impfkommission aufgenommen wurde, ist scheinheilig. Ich würde mich freuen, wenn Gesundheitsministerin Steffens die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Thema Masern genauso ernst nehmen würde. Leider bleibt Nordrhein-Westfalen auch bei den Impfquoten weiter hinter seinen Möglichkeiten zurück. Kein Mensch müsste heute mehr an Masern erkranken oder gar sterben, dennoch gibt es jedes Jahr auch in Nordrhein-Westfalen Todesfälle, da nicht ausreichend Kinder und Erwachsene geimpft sind."


Die männerpolitische Nichtregierungsorganisation MANNdat sprach sich schon im Jahr 2008 dafür aus, auch Jungen und Männern durch eine Impfung vor HPV zu schützen.



2. Das Bash Magazin beschäftigt sich mit einem weiteren Thema, das außer von uns Masku-Nazis weitgehend ignoriert wird: sexueller Missbrauch durch Mütter.



3. Der britische Parlamentsabgeordnete Simon Danczuk fordert, Eltern, die ihre Kinder nach einer Trennung dem anderen Elternteil entfremden, gerichtlich zu belangen:

"I believe that government and the courts need to recognise parental alienation as a form of emotional abuse and as such they need to step up efforts to prevent it occurring and in some circumstances punish the perpetrators," he said.

Mr Danczuk told the Commons he came to the issue not as an expert "but certainly as someone who has experience" of parental alienation. "My mother could be accused of such a thing," he said. "When my parents separated when I was five my mother portrayed my father perhaps on occasion faithfully in a very poor light. In contrast my father would refuse to say anything bad about my mother."

Mr Danczuk (...) said manipulation of children can take a "very nasty form" with some parents working to "poison the child's mind with biased accounts of why the marriage failed" or by giving "unpleasant" details of the divorce. They could also seek to restrict access to the child so that a proper relationship cannot be maintained with the other parent, he said.

"Their children are maliciously used as a weapon in this battle," he said. "For the target parent the sense of loss and pain can be unimaginable. For the children who are innocent bystanders the effects in the present and the long term can only be negative."


Die hier geschilderten Praktiken sind seit langem ein Thema der Väterbewegung.



4. Die New York Times weist auf die sich immer weiter verschlechternde Situation von Männern hin:

Men of all races and ethnicities are dropping out of the work force, abusing opioids and falling behind women in both college attendance and graduation rates.

(...) Men whose childhood years were marked by family disruption seem to fare the worst.

(...) Among children raised in single-parent households (...) boys performed significantly less well than their sisters in school, and their employment rate as young adults was lower. "Relative to their sisters," Autor and his collaborators wrote, "boys born to disadvantaged families" — with disadvantage measured here by mother’s marital status and education — "have higher rates of disciplinary problems, lower achievement scores, and fewer high-school completions."

(...) David Geary, a professor of psychology at the University of Missouri, describes a vicious cycle that entraps men who either drop out of the work force or take low-skill jobs with few prospects of improvement: "The long-term political implications of large numbers of unengaged and underemployed men are potentially very serious. Marriage typically reduces men’s aggressiveness and rule breaking and focuses them on family and engagement with the community. However, if large numbers of them are not attractive as potential husbands, due to poor long-term economic prospects, then this 'civilizing' influence is lost to them. I don’t know what the tipping point would be, but the potential for large-scale discontentment and destabilization increases as the proportion of these men increases."


*hüstel* So deutlich hört man es selten von akademischer Seite, dass Frauen vor allem heiraten, um finanziell versorgt zu sein.

David Buss, a professor of psychology at the University of Texas-Austin, elaborated on Geary’s point in an email, stressing the lower proportion of men than women getting college degrees: "Women have strong mate preferences such that they do not want to mate or marry men who are less educated, less intelligent, and less successful than they are." And this, Buss said, "creates a surplus of men" at the low end who are not going to get married.

Donnerstag, März 16, 2017

Frauenstudien vergleichen sich selbst mit Ebola-Virus – News vom 16. März 2017

1. Der Publizist Hadmut Danisch macht aktuell auf einen Artikel des "Fachbereichs" Frauenstudien/Genderstudien aufmerksam:

Lest Euch das mal durch: Sie geben als erklärtes Ziel der women’s studies an, männliche Studenten darauf zu trainieren, als Viren zu arbeiten und andere Fächer zu unterwandern, stören, sabotieren. Das sind typisch geheimdienstliche Unterwanderungsstrategien. Das liest sich wie Scientology – und die große Ähnlichkeit zwischen Genderismus und Scientology hatte ich ja früher schon beschrieben. Und dabei sehen sie gleiche Effekte zwischen dem Auftreten von Ebola und Feminismus.


Bei dem von Danisch zitierten Text handelt es sich um den Artikel "Women’s Studies as Virus: Institutional Feminism and the Projection of Danger" im Multidisciplinary Journal on Gender Studies Volume 5, Number 1 (Februar 2016). Darin heißt es (eine deutsche Übersetzung folgt):

This paper argues that one future pedagogical priority of women’s studies is to train students not only to master a body of knowledge but also to serve as symbolic "viruses" that infect, unsettle, and disrupt traditional and entrenched fields. We explore how the metaphor of the virus — its structure and its potential for unsettling and disrupting the everyday processes of its "host" — exemplifies a compelling model for feminist pedagogy (minus, of course, the killing of the host). (...) We specifically investigate how both women’s studies and the spread of actual viruses (e.g., Ebola, HIV) produce similar kinds of emotional responses. (...) In doing so, we conclude by framing two new priorities for women’s studies — training male students as viruses and embracing "negative" stereotypes of feminist professors — as important future directions for the field.

(...) That being said, the virus is capable of more than merely replication in relation to the host; it also acts as a dangerous mutagen that can radically alter the design and operation of cells. Viral interaction with host cells is also not merely transient. After replication, portions of the viral DNA are left behind permanently within the cell DNA strands, leading to genetic expressions that have been proposed to cause cancer, autoimmune disorders, and neurological disease (Bertozzi, 2009; Griffiths, 2001). In this sense, the virus may work as a powerful metaphor for women’s studies pedagogical practices. Rather than simply inducing harm among its victims, viruses can also represent transformative change. Though viruses technically lack “intention” in the most classic sense, they nevertheless can have a powerful impact merely by unworking and unsettling the existing blueprint of the host cells.

Inherently opportunistic, viruses exploit the vulnerabilities and weaknesses of the systems they attack (Nathanson, 2007). Similarly, women’s studies programs are allowed to settle into corporate universities and regenerate themselves through the education of students and by manipulating portions of the academy under their control. Using interdisciplinary women’s studies coursework as a springboard, women’s studies students are then “set loose,” much in the same way that lytic replication (wherein cells reproduce viral components until the cell walls rupture) causes a burst of new viruses into the system that then infect other cells (Nathanson, 2007).


Einer meiner Leser hat diese Passage freundlicherweise ins Deutsche übersetzt:

Dieser Artikel argumentiert, dass es eine künftige pädagogische Priorität der Frauenstudien ist, die Studenten nicht nur dazu zu bringen, einen Korpus an Wissen zu beherrschen, sondern auch als symbolische "Viren" zu dienen, die traditionelle und verankerte Felder infizieren, verunsichern und stören. Wir untersuchen, wie die Metapher des Virus - seine Struktur und sein Potenzial, die alltäglichen Prozesse seines "Wirts" zu verunsichern und zu stören - ein überzeugendes Modell für die feministische Pädagogik darstellt (abzüglich natürlich die Tötung des Wirts). (...) Dabei schlussfolgern wir, dass wir zwei neue Prioritäten für Frauenstudien gestalten – die Ausbildung von männlichen Studenten als Viren, und die Umarmung von "negativen" Stereotypen von feministischen Professoren - als wichtige zukünftige Richtungen für das Feld.

(...) Das heißt, das Virus ist zu mehr in der Lage, als nur eine Replikation in Bezug auf den Wirt; er wirkt auch als gefährliches Mutagen, das das Design und den Betrieb von Zellen radikal verändern kann. Virale Interaktion mit Wirtszellen ist auch nicht nur vorübergehend. Nach der Replikation werden Teile der viralen DNA dauerhaft innerhalb der Zell-DNA-Stränge zurückgelassen, was zu genetischen Ausdrücken führt, die Krebs, Autoimmunerkrankungen und neurologische Erkrankungen verursacht haben (Bertozzi, 2009, Griffiths, 2001). In diesem Sinne kann das Virus als eine starke Metapher für die pädagogische Praxis der Frauenstudien funktionieren. Anstatt nur Schaden unter den Opfern anzurichten, können Viren auch eine transformative Veränderung darstellen. Obwohl Viren technisch eine "Intention" im klassischsten Sinne fehlt, können sie dennoch einen mächtigen Einfluss haben, indem sie nur die vorhandene Blaupause der Wirtszellen ausschalten und verunsichern.

Inhärent opportunistisch nutzen Viren die Schwachstellen und Schwächen der Systeme, die sie angreifen (Nathanson, 2007). Ebenso können sich Frauenstudiengänge in den von Unternehmen betriebenen Fortbildungseinrichtungen niederlassen und sich durch die Ausbildung von Studenten regenieren sowie dadurch, dass sie Teile der Hochschulen unter ihre Kontrolle manipulieren. Mit Hilfe der interdisziplinären Frauenstudien als Sprungbrett werden die Studierenden der Frauenstudien dann "ausgesetzt", ganz ähnlich der Wiese, in der die lytische Replikation (bei der die Zellen die viralen Komponenten reproduzieren, bis die Zellwände reißen) einen Bruch neuer Viren in das System verursacht und andere Zellen infiziert (Nathanson, 2007).


Artkel wie dieser belegen, dass es sich bei den Frauen- und Genderstudien eben nicht um Wissenschaft, sondern um eine besondere Form von politischem Aktivismus handelt.



2. Österreichs Werberat hat sich zu einer praktisch einmaligen Entscheidung durchgerungen: Er rügt in einem Fall statt wie üblich frauen- diesmal auch männerverachtende Werbung. Im konkreten Fall ging es um einen Reklamespot der Einrichtungshauskette "XXXLutz", in dem Frauen Männer in die Genitalien schlugen, um deren Gesangs- und somit Chorstimme zu erhöhen. Eine knappe Mehrheit des Werberats konnte sich zu der Auffassung durchringen, dass diese Reklame gegen den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft verstößt.



3. Die feministischen Trendlooks für 2017 sind da.



4. Über die von Feministinnen gepriesene Statue des tapferen kleinen Mädchens, das dem männlich-aggressiven Wall-Street-Kapitalismus angeblich die Stirn bietet, liegen jetzt nähere Hintergrundinfos vor. Ewa Hess berichtet in der Basler Zeitung über eine entflammte Debatte:

Sie heizt sich an der Tatsache auf, dass die Skulptur des Mädchens, die in ihrer eigenen Pressemitteilung "den Guerilla-Aspekt ihres Standorts" anpreist, in Wirklichkeit eine PR-Aktion ist. Sie ist auf dem Reissbrett der mächtigen Werbeagentur McCann New York entstanden – die Werber gaben der Künstlerin Visbal den Auftrag, das "furchtlose" Mädchen in Bronze zu giessen.

(...) State Street Global Advisors, wie der Geldgeber heisst, könnte zwar locker mit einer auf Street-Art spezialisierten Antiglobalisierungs-Kampfgruppe verwechselt werden. Falscher könnte man allerdings nicht liegen, denn SSGA ist der drittgrösste Geldverwalter dieses Planeten, mit 2,4 Billionen Dollar unter seinen Fittichen (und ich meine wirklich Billionen, engl. Trillions!)

(...) Auch wenn sie sich jetzt als Vorkämpferin der Frauenrechte inszeniert, schert sie sich um jene normalsterblichen Frauen, die von ihrem mageren Salär Familien durchbringen müssen, für gewöhnlich wenig. 2007 stand SSGA mitten im US-Hypotheken-Skandal, indem sie jene berüchtigten toxischen Portfolios an Pensionskassen verkaufte, ohne ihnen die wahre Struktur der darin enthaltenen Papiere zu verraten. Eine halbe Milliarde Verlust resultierte daraus – und viele verloren ihre Altersvorsorge. Erst vor einem Monat stand die SSGA schon wieder in den Schlagzeilen, weil sie ihre eigenen Kunden beschiss, indem sie ihnen zu hohe Gebühren verrechnete.

Nun will die SSGA all die vielen, vielen von ihr mit Finanzspritzen versehenen Firmen (und auch sich selbst) dazu bringen, dass sie mehr Frauen auf die oberste Etage lassen. Warum? Eine Pressesprecherin der Firma erklärt das meinem Kollegen Nick Pinto von "Village Voice" so: "Weil, wie McKinsey errechnet hat, die Frauen nachweislich bessere Profite erwirtschaften."


Von wegen Guerilla von unten: Immer wieder wenn man im Jahr 2017 den Feminismus anbohrt, entdeckt man den Kapitalismus dahinter. Selbst eine Zeitschrift wie die "Brigitte" fängt ihre naiven Leserinnen mit Feminismus ein und führt sie dann zu Tchibo. Aber trotzdem ist der Feminismus natürlich voll links, was bedeutet, dass seine Kritker irgendwie rechts sein müssen. Wird diese Blauäugigkeit jemals enden?



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem STERN-Artikel "Jetzt reden die Männer!", der auf einen kommenden Beitrag bei "Stern TV" hinweist:

Lass mich raten: Eingeladen sind Gesterkamp, Kemper und Kimmel live dazugeschaltet. ;-)

Mittwoch, März 15, 2017

Debatte: Muss ich mein Haustier gender-neutral rufen? – News vom 15. März 2017

1. Feministische Diskussion der Woche in Österreich: Muss ich mein Haustier gender-neutral rufen? "Tiere können trans sein", lautet das Argument dafür. "Wenn eine Katze einen Penis hat, heißt das nicht, dass sie männlich ist." Und, ja, Namen nicht zu gendern, sei Tierquälerei.



2. Jetzt reden die Männer! betitelt der STERN einen Artikel über Väter, deren Kontakt zu ihren Kindern nach der Trennung von der Mutter sabotiert wird. Der Artikel weist auf einen kommenden Beitrag bei "Stern TV" hin.



3. Auch in Österreich ist jetzt eine Verschärfung des Sexualstrafrechts (Lex Schwesig) geplant. Auch hier sind die Experten skeptisch:

"Der Entwurf will angeblich zeigen, dass sexuelle Belästigung durch junge Männer bei öffentlichen Veranstaltungen nicht akzeptiert wird. Aber schon das geltende Recht zeigt, dass es sexuelle Belästigung, gleich von wem und bei welcher Gelegenheit, nicht billigt. Keine Form sexueller Belästigung ist akzeptiert", erklären Schwaighofer und Venier in ihrer Stellungnahme. Tipold gibt außerdem zu bedenken, dass der Strafrahmen bei einer Prügelei mit tödlichem Ausgang sogar geringer bestraft wird. Er bezeichnet die geplante Strafandrohung in diesem Zusammenhang als "nicht sachgerecht, sondern überzogen".


Gut, aber jemand, der bei einer Prügelei erschlagen wurde, ist danach natürlich weniger traumatisiert als eine Frau, die eine sexuelle Belästigung erleiden musste.



4. "Die Hoffnungen der Väter sind berechtigt", erklärt Bundesrichter Nicolas von Werdt zur Durchsetzung des Wechselmodells in der Schweiz.



5. Die Bloggerin, Psychotherapeutin und Ernährungsberaterin Nadja Hermann setzt sich mit einem feministischen Verriss ihres Buches "Fettlogik" auseinander. In ihrer lesenswerten Erwiderung zeigt Hermann auch ihr Befremden darüber, dass ausgerechnet das Verspotten ihres Wunsches, sich vor rechtsradikalen Drohmails und Stalking zu schützen, in feministischen Blogs wie der "Mädchenmannschaft" empfohlen wird: Hauptsache, die doofe Tante, die sagt, dass Fettleibigkeit nicht so klasse ist, bekommt ordentlich eins auf die Nase. Der Alpha-Blogger Fefe kommentiert die Selbstentblößung der Feministinnen.



6. Christian Schmidt antwortet ausführlich auf den Hassausbruch gegen Männer der Feministin Katrin Rönicke.



7. Die Nachdenkseiten beleuchten, "wie die Wikipedia sich selbst zerstört". Fazit des Beitrags: "Wahrscheinlich werden wir lernen müssen, die Wikipedia deutlich kritischer zu sehen und sie eher als Meinungsmedium denn als Nachschlagewerk zu begreifen. Das Versagen der Wikipedia ist systemisch."



8. Der eher linkslastige britische Independent beschäftigt sich mit dem Fehlen von Notunterkünften für männliche Opfer häuslicher Gewalt:

According to a 2010 study by Parity, a men’s issues campaigning group, more than 40 per cent of victims of domestic violence are male. Yet startlingly, as BBC London reported last week, there are no refuges in London (and only 18 nationally) that serve men. That is despite a nearly 80 per cent increase in reports from male victims between 2012 and 2016.

(...) The stigma, and the fear of not being believed, can be so strong that men simply don’t report the abuse. Yet as the BBC notes, despite this, many men are coming forward. The problem is they have nowhere to go. Women’s shelters are inappropriate, as the women – most of whom are victims of male-perpetrated domestic violence – shouldn’t be subjected to a male presence at their most vulnerable and the men – many of whom will have been assaulted by female partners – could similarly feel triggered.

But men DO need space and resources, because it is clear there is a growing epidemic of domestic violence against men. (...) Theresa May did guarantee £20m in additional funding for women’s refuges, but there’s no sign any money will be funnelled into men’s refuges.




9. In der australischen Feuerwehr werden der Geschlechtergerechtigkeit zuliebe Frauen jetzt bevorzugt eingestellt.



10. In einem aktuellen Interview nimmt die Professorin für Geistes- und Medienwissenschaft Camille Paglia Stellung zum Stand der Geschlechterdebatte. Ein Auszug:

What I'm saying in [my new book] "Free Women, Free Men" is that women can never be truly free until they let men too be free—which means that men have every right to determine their own identities, interests, and passions without intrusive surveillance and censorship by women with their own political agenda. For example, if there is an official Women's Center on the Yale University campus (which there is), then there should be a Men's Center too — and Yale men should be free to carry on and carouse there and say whatever the hell they want to each other, without snoops outside the door ready to report them to the totalitarian sexual harassment office.

(...) It is an absolute outrage how so many pampered, affluent, upper-middle-class professional women chronically spout snide anti-male feminist rhetoric, while they remain completely blind to the constant labor and sacrifices going on all around them as working-class men create and maintain the fabulous infrastructure that makes modern life possible in the Western world. Only a tiny number of women want to enter the trades where most of the nitty-gritty physical work is actually going on — plumbing, electricity, construction. Women have played virtually no role in the erection of those magnificent towers in every major city in the world. It's men who operate the cranes or set the foundations or wash windows on the 85th floor. It's men who troop out at 2:00 AM during an ice storm to restore power to neighborhoods where falling trees have brought down live wires. It's men who mix the stinking, toxic cauldrons to spread steaming hot tar on city roofs. Last year in a nearby town, I drove by a huge, chaotic scene where emergency workers in hazmat suits were struggling with a giant pipe break, as raw sewage was pouring into the street. Of course all those workers up to their knees in a torrent of thick brown water were men! I've seen figures indicating that 92 per cent of people killed on the job are men — and it's precisely because men are heroically doing most of the dangerous jobs in modern society. The bourgeois blindness of feminist leaders to low-status working-class labor by men is morally corrupt!




11. Feministischer Trend der Woche: Wir feiern eine Statue, die still steht, obwohl es schneit. So tapfer!



12. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu den gestern veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Gender Pay Gap:

Hallo Herr Hoffmann,

mal ein kurzer Hinweis von mir. Destatis hat ja bereits darauf hingewiesen, dass der bereinigte Pay Gap bei nur 6% steht, wobei einige Daten, die diesen Restwert ganz oder teilweise erklären könnten, halt nicht zur Verfügung stünden. Natürlich lautet die patzige Antwort der Social Justice Warriors darauf, dass die 6% ja wohl auch unakzeptabel seien. Dass wir einfach nicht alle Daten haben, um selbige erklären zu können, ist diesen Leuten natürlich egal. So weit, so üblich.

Es gibt aber einen anderen Bereich, zu dem wir sehr wohl Daten haben, nämlich zur Rentenbezugsdauer. Der Gap zu Ungunsten der Männer hat sich bei selbiger mit den Jahren vergrößert, von knapp 10% im Jahr 1960 auf mittlerweile 24% im Jahr 2015. (Männer beziehen 17,5 Jahre Rente, Frauen hingegen mit 21,7 Jahren 24% mehr). Wenn diese 24% auch in den jeweiligen Rentenbeiträgen repräsentiert wären, müsste der Beitragssatz der Frauen 23,2% statt 18,7% betragen. [18,7% *1,24 = 23,2%]

Dies geschieht natürlich nicht. Der geldwerte Vorteil zu Gunsten der Frauen alleine aus dieser Sache beträgt also schon mal 4,5 Prozentpunkte. Wenn wir diese korrekt anrechnen, schrumpft selbst der noch nicht komplett bereinigte Gender Pay Gap auf nur noch 1,5% zusammen. Wohlgemerkt, nur fiskalisch gesehen.

Denn, ganz ehrlich: wenn ich mich entscheiden dürfte, heute für die gleiche Arbeit 6% weniger Gehalt zu erhalten, dafür aber vier Jahre länger leben zu können, dann würde ich das Angebot sofort annehmen. Stellt sich also die Frage, welches Geschlecht hier eigentlich wirklich schlechter dasteht.


Der Blogger "Man in the Middle" erklärt aktuell, wie unsere Leitmedien die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes flächendeckend falsch wiedergeben:

Wenn man die mediale Reichweite berücksichtigt, werden ca. 80 - 90 % der Leser dahingehend desinformiert, daß das bereinigte GPG exakt 6% betragen würde. Der korrekte Sachverhalt, daß das tatsächliche gGPG irgendwo zwischen 0 und 6% liegt, wahrscheinlich unter 3%, wie konkurrierende Berechnungen zeigen, wird verschwiegen.


Ein weiterer Leser schreibt mir zur Situation in Indien, das auf Genderama immer wieder als exemplarisches Beispiel für "exotische" Länder genommen wird, in denen angeblich noch ein unverfälschtes Patriarchat herrscht. Mein Leser schreibt mir:

In den rund 1000 Regierungsschulen, davon sind 450 Schulen nur für Mädchen, gibt es bisher ein tägliches kostenloses Mittagsessen für Jungen und Mädchen bis zur 8. Klasse.

Das Budget, das für den Bildungssektor zur Verfügung steht, wird nun unter der Berücksichtigung des "Gender Budgeting" geschlechtergerecht aufgeteilt. So sollen Bananen und Eier in die Speisekarte aufgenommen werden um den Nährwert zu erhöhen.

Und ab April können Mädchen dann ihr kostenloses Mittagsessen bis zur 12. Klasse einnehmen. Für Jungs ändert sich nichts, für sie gibt es dann das kostenlose Mittagsessen wie gehabt nur bis Klasse 8.

Darüber berichten ndtv und Indian Express.

Laut der Meldung sollen Jungs zu einem undefinierten späteren Datum auch über die 8. Klasse hinaus ihr Mittagsessen bekommen. Warum später? Warum wird das Budget nicht für ein Mittagsessen bis zur 10. Klasse für Mädchen und Jungen verwendet wird, statt bis zur 12. Klasse nur für Mädchen? Das wäre geschlechtergerecht. So findet eine eindeutige Besserstellung für Mädchen statt.

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