Freitag, September 30, 2016

Vermischtes vom 30. September 2016

1. Lucas Schoppe analysiert die von Jenna Behrends angeblich angestoßene "neue Sexismusdebatte" in seinem neuen Beitrag Weder Sexismus noch Debatte.

Etwas schade ist, dass Schoppes offenbar enormes satirisches Potential häufig nur in den Bildunterschriften Verwendung findet. ("Ein schrecklicher Gedanke: Könnte es vielleicht sein, dass sich mittlerweile sogar schon der Deutschlandfunk über Anne Wizorek lustig macht?")



2. "Wie planen Frauen ihre Führungskarriere?" fragt Österreichs Presse und gibt auch gleich die ernüchternde Antwort: "Fast gar nicht". Das belegt eine aktuelle Studie:

Ein Gender Shift, wie er seit Jahren als internationaler Megatrend ausgerufen wird, ist demnach in Österreichs Führungsetagen nicht zu erkennen. Zwar sieht Lindlbauer den Einfluss von Männerbünden und die offene Diskriminierung vom Frauen schwinden, jedoch: "Wir schaffen es oft nicht, geeignete Kandidatinnen zu motivieren, sich für die obersten Führungsebenen zu bewerben."

Den Unternehmen könne man mittlerweile kaum mehr Vorwürfe machen. Es habe sich herumgesprochen, dass gemischte Führungsteams produktiver sind. Die Nachfrage nach weiblichen Top-Managerinnen übersteige das Angebot bei weitem.




3. Der britische Independent berichtet über Vorwürfe, denen zufolge Flüchtlinge im Lager von Calais sexuell missbraucht würden. Der Missbrauchsvorwurf entsteht vor allem dadurch, dass einige dieser Flüchtlinge minderjährig seien und sich darüber hinaus sämtliche Flüchtlinge in einem Abhängigkeitsverhältnis von den Helfern befänden. Erst im späteren Verlauf des Artikels erfährt der Leser, dass es sich bei den Beschuldigten vor allem um Frauen handelt – während zugleich beklagt wird, dass dieser Missbrauch Frauen schade: Denn diese könnten dadurch "objektifiziert" werden.

The exchanges were started by a male volunteer on a Facebook group for Jungle workers called Calais People to People Solidarity, which has more than 36,000 members. (...) The volunteer went on to say these sexual encounters were damaging for refugees, who are "in an entirely unequal position of power" and "entirely dependent on the aid that is provided by volunteers". (...) He cited the code of conduct used by UNHCR, which states that sexual relationships between aid staff and beneficiaries are "strongly discouraged" due to "unequal power relationships". (...)

The man added that the majority of cases in question involved female volunteers and male refugees – which he claimed risked the objectification of women volunteering in the camp.

He wrote: "Female volunteers having sex enforces the view (that many have) that volunteers are here for sex. This impression objectifies women in the camp and increases the risks."

His comments prompted accusations of sexism and misogyny from female members of the group. One commented on the post: “I find this attitude incredibly patronising and paternalistic with added sexism and racism. There is a serious point in here among all the moralistic bullshit but I find it very off-putting. I find the assertion that women choosing to have sex encourages rape quite frankly disturbing."

But others agreed with him and acknowledged that volunteer-refugee relationships were a serious issue in the camp that should not be "covered up".




4. Off-topic: Die Buchautorin, Lehrerin und Begründerin des Liberal-Islamischen Bundes Lamya Kaddor ist aus Sicherheitsgründen vom Schuldienst beurlaubt worden. Sie erhält seit der Veröffentlichung ihres Buches Die Zerreißprobe über Einwanderung Hassbriefe und Morddrohungen. Diese stammen, wie Kaddor dem Deutschlandfunk berichtet, vor allem aus der Leserschaft des rechten Publizisten Henryk Broder, der seit Jahren Stimmung gegen Kaddor (und andere Muslime) schürt.

Kaddor zufolge schreiben ihr die Menschen unter Berufung auf das hohe Gut der Meinungsfreiheit, "dass ich vergast werden soll, was man mit mir sonst alles zu tun haben muss, dass man mich demnächst irgendwo nachts abholen wird. Das sind ja Dinge, die nicht mehr so witzig sind. Vor allen Dingen: Sie werden mit Klarnamen geschrieben. Es sind Menschen, die schreiben ihren Namen da unten drunter, ihren echten Namen." Ja, nach zehn Jahren harter Arbeit daran ist unsere Gesellschaft jetzt so weit. Was den Staatsschutz angeht, berichtet Kaddor, dass dieser die Bedrohungen von rechts eher auf die leichte Schulter nehme als die Drohungen von Islamisten, die Kaddor vor Jahren bedrohten, als sie über deren Szene kritisch berichtet hatte.

Natürlich ist Solidarität mit Lamya Kaddor von jedem gefragt, der in diesem Land Bücher und Artikel veröffentlicht oder dem überhaupt irgendetwas an Meinungsfreiheit liegt. Inzwischen hat die Rechte mit ihren "Umvolkungs"- und "Kalifat-Deutschland"-Phantastereien derart Oberwasser, dass man schon Angst haben muss, mit dem Tod bedroht zu werden, wenn man Texte veröffentlicht, die sich der ständigen "Moslems-raus!"-Hetze verweigern.

Schaut man in die einschlägigen Blogs und auf Facebook in die Kommentarspalten der bekanntesten Hetzer, dann werden die Morddrohungen dort nicht kritisert, sondern bejubelt, mit Spott begleitet oder mit Erklärungen, dass "so jemand" wie Lamya Kaddor doch ohnehin kein Verlust wäre. Man merkt schnell, dass die Autorin nur deshalb nicht noch ein paar hundert Morddrohungen mehr bekommen hat, weil die Geiferer dafür kein Porto ausgeben wollten. Das Ziel dieser Fraktion ist offenkundig, eine Stimmung der Angst zu erzeugen, in der jeder Andersdenkende es nicht mehr wagen soll, seine Meinung zu äußern. Aber wehe, man vergleicht den heute immer hemmungsloseren Hass auf Muslime mit dem Antisemitismus der zwanziger Jahre – dann plötzlich kriegen sich dieselben Leute, die bei den Morddrohungen nur gelangweilt mit den Schultern zucken, gar nicht mehr ein vor Empörung. Manch einer überschlägt sich gar, weil er gleichzeitig "Tod dem Muselpack!" und "Hilfe, die Nazikeule!" zu krakeelen versucht.

Ich bin für meine eigenen Veröffentlichungen zwar schon des öfteren aus dem feministischen Spektrum scharf angegangen worden, Morddrohungen habe ich aber nie erhalten. Eine bezeichnende Parallele fällt jedoch auf: So wie Andreas Kemper & Co. sich mit ihrer eigenen Hetze gerade NICHT vorrangig an radikalen Autoren in der Männerszene abarbeiten sondern an jemandem wie mir und so wie das anonyme Blog "Münkler-Watch" ausgerechnet einem linksliberalen Politikwissenschaftler rechtes Gedankengut unterstellte, ist es auch bei Lamya Kaddor gerade keine radikale Fundamentalistin, die zur Zielscheibe erklärt wird, sondern eine liberale Autorin, die Islamisten und Fundamentalisten immer wieder scharf kritisiert hat. Eben das macht sie in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger deutlich:

"Jahrelang war ich die Vorzeigemuslimin und habe die Muslime kritisiert, habe vor dem Salafismus gewarnt. Jetzt habe ich gewagt, auch einmal den Blick in die Mehrheitsgesellschaft zu werfen und auf Missstände hinzuweisen. Dafür werde ich jetzt zum Abschuss freigegeben. (...) Und ich sage mir, wenn man schon mit mir, die sich permanent zum Rechtsstaat bekennt, die sich für das Miteinander einsetzt, gegen jegliche Form islamistischen Extremismus kämpft und dafür zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt, ein Problem hat – wie ergeht es dann den anderen sogenannten Fremden?"


Vielen Leuten geht es offenkundig gerade nicht darum, nur einen radikalen Islam zu bekämpfen. Es sind Muslime jeglicher Coleur, die man am liebsten tot sehen möchte. Vielleicht sind die nicht-radikalisierten Muslime sogar besonders verhasst, weil sie ein liebgewonnenes Feindbild ebenso sehr erschüttern wie progressive Männerrechtler ein anderes. Erst recht, wenn sie den Normalfall darstellen.

Donnerstag, September 29, 2016

Vermischtes vom 29. September 2016

1. Mit ihren Vorgaben für die Frauenförderung ist die rot-grüne Landesregierung Nordrhein-Westfalens schon viermal vor Gericht gescheitert, weil sie Männer benachteiligt. Jetzt drohen Vorgesetzte Betroffenen, die sich wehren wollen. Der FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel erklärt hierzu: "Sobald benachteiligte Männer klagen, bricht das rot-grüne System der ungerechten Frauenquote zusammen. Es ist ein Skandal, wenn Männer von Behörden mit Druck daran gehindert werden, ihr Recht einzuklagen. Solche Einschüchterungen gehören abgestellt."



2. Professor Gerhard Amendt schreibt Frauenministerin Schwesig (SPD) einen Offenen Brief anlässlich der Schwesig vorgeworfenen Manipulation einer Studie über Trennungskinder. Amendt zufolge habe Schwesigs Ministerium "eine bemerkenswerte Geschichte, Forschung zu vereiteln, die die Realität von Partnerschaften und Familien abbilden kann." (Siehe zur unseligen Geschichte gesamtdeutscher Frauenministerinnen auch diese neue Serie von Blogebeiträgen.) Amendts Brief schließt mit dem an Schwesig gerichteten Appell: "Ich fordere Sie auf, die Zensur der PETRA-Studie zu unterbinden, damit es um die Humanisierung der Scheidung für Kinder geht und nicht um die Zementierung altmodischer Vorurteile in Ihrem Haus. Diese sind ein ernst zu nehmendes Hindernis für eine konfliktlösende Familienpolitik."



3. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte die Ex-Geliebte des Meteorologen Jörg Kachelmann wegen ihrer mit "krimineller Energie" vorgebrachten Falschbeschuldigung der Vergewaltigung zu einem Schadensersatz von 7000 Euro (plus Zinsen). Die Täterin, Claudia Simone Dinkel, wird in vielen Medien noch immer anonymisiert.

Die Kammer sei davon überzeugt, dass sie ihn "vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte", hieß es in der Urteilsbegründung. Kachelmann hat mit dem Urteil nach eigenen Worten sein "Vertrauen in die deutsche Justiz zurückbekommen". Es stehe nun zweifelsfrei fest, dass er "Opfer eines Verbrechens" geworden sei, Opfer falscher Beschuldigungen. Claudia D. reagierte empört: Ihr vorzuwerfen, sie habe die Vergewaltigung nur erfunden, sei "ein katastrophales Fehlurteil" eines "rein männlich besetzen Senats". Das Gericht wolle ein Exempel statuieren: "Man will uns Frauen stumm schalten." Die Richter beschimpfte sie mit den Worten: "Ihr armseligen, feigen Frauenverächter."


Jörg Kachelmann quittierte das Urteil auf Twitter mit den Worten, es sei nun Sache der zuständigen Staatsanwaltschaft, die Täterin auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Und tatsächlich hat die Staatsanwaltschaft Mannheim einer von ihr veröffentlichten Presseerklärung zufolge einen entsprechenden Prüfvorgang eingeleitet.

In Alice Schwarzers Emma erklärt Chantal Louis das Urteil zu einer "Katastrophe für alle tatsächlichen Opfer einer Sexualstraftat, bei denen der oder die Täter am Ende nicht verurteilt werden." Dinkel wolle auch in Zukunft nicht schweigen – "für alle Frauen". Denn sie sei der Auffassung, dass man bei ihr "einen prominenten Fall mit maximaler öffentlicher Aufmerksamkeit" gewählt habe und „am Beispiel dieser Frau allen anderen zeigt, was mit ihnen passieren kann, sollten sie es wagen, sexuelle Gewalt zur Anzeige zu bringen“. Deshalb wolle sie "weitermachen", nötigenfalls bis zum Bundesverfassungsgericht.

Solidaritätserklärungen mit Dinkel seitens dem Missy Magazin, Anne Wizorek, Ministerin Schwesig oder dem Bundesforum Männer (SPD) liegen derzeit noch nicht vor. Vor allem von Ministerin Schwesig wird aber die Gründung eines #teamsclaudiasimone stündlich erwartet.



4.
In diesem Sommer häuften sich die Meldungen über sexuelle Belästigungen im Freibad durch Asylbewerber. Die Aktuelle Stunde hat in 30 NRW-Städten nachgefragt. Gab es wirklich vermehrt Übergriffe? Und wenn ja - waren daran tatsächlich Flüchtlinge beteiligt?


Hier geht es weiter.



5. In einem mit "Sexismus-Vorwurf kann jemanden politisch vernichten" betitelten Interview äußert sich jetzt auch die ehemalige Frauenministerin Kristina Schröder in der Debatte um Jenna Behrends. Ein Auszug:

Ich plädiere generell dafür, mit dem Vorwurf "Sexismus" zurückhaltend umzugehen. Denn ich habe einfach die Sorge, dass wir uns immer mehr der amerikanischen Kultur annähern, die wahnsinnig darauf bedacht ist, niemanden in seinen Befindlichkeiten zu verletzen. Das klingt menschenfreundlich, führt aber dazu, dass immer mehr Unfreiheit herrscht, worüber man reden darf.




6. Wenn getrennte Väter keinen Unterhalt für ihren Nachwuchs bezahlen, tritt der Staat in Vorleistung und gibt einen sogenannten Unterhaltsvorschuss, bisher allerdings nur bis zum 12. Lebensjahr des Kindes. Das soll sich bald ändern.



7. Manche Eltern gehen lieber ins Gefängnis, als nach einer Trennung beim "Kampf ums Kind" ein Besuchsrecht zu akzeptieren.



8. Im Kölner Gratis-Magazin "Choices" arbeitet sich Christopher Dröge unter der Überschrift Männer ewig von gestern? an Männerrechtlern ab. Ein Auszug:

Als dezidiert antifeministisch versteht sich etwa die Männerrechtsbewegung, die in Deutschland in den 1970er Jahren das erste Mal aufkam. In der Weltsicht ihrer Akteure hat sich das Gleichgewicht der Geschlechter durch den zunehmenden Einfluss des Feminismus, den sie schlicht als "Männerhass" begreifen, so sehr zugunsten der Frauen verändert, dass heute Männer Opfer von Diskriminierung seien und Unterstützung benötigten. (...) Der Verein "Agens" etwa tritt nach außen für Gleichberechtigung ein, vertritt jedoch ein biologistisches Geschlechterverständnis und antifeministische Argumentationen. Ein weiterer Verein, "Manndat e.V.", sieht sich als Lobby-Organisation für Männerrechte, wobei vermeintliche Benachteiligungen von Männern teilweise übertrieben oder konstruiert werden.

(...) Diese Argumentationen der Männerrechtler stützen sich oft auf ein traditionelles Familienbild und/oder Biologismen, indem etwa Studien aus der Neurologie herangezogen werden, um vermeintliche Unterschiede zwischen Mann und Frau zu erklären und zu legitimieren. Forschungsergebnisse werden dabei selektiv je nach Gusto herausgepickt, andere unter den Tisch fallen gelassen. Nun stellt die Männerrechtsbewegung trotz ihres gegenteiligen Anspruchs eine soziale Splittergruppe dar, deren aktive Anhängerschaft wahrscheinlich nur hunderte oder wenige tausend Köpfe zählt. Doch ihr Gedankengut findet sich im gesellschaftlichen Mainstream wieder, auch in der Presselandschaft.

(...) Obwohl antifeministisches Gedankengut zurzeit noch nur eine Randerscheinung darstellt, sollten reaktionäre Tendenzen nicht unterschätzt werden. Schließlich feiert mit der AfD gerade eine Partei Wahlerfolge, deren Familienbild aus den 1950er Jahren stammt und die Frauen gerne wieder an den Herd schicken würde.




9. Schweden führt die Wehrpflicht wieder ein – auch für Frauen.



10. Es ist Zeit, die Wahrheit über häusliche Gewalt einzugestehen findet im australischen Daily Telegraph ein Senator der Liberalen Demokraten:

The officially approved narrative is that domestic violence happens everywhere, from our richest to our poorest households, is getting worse, and it’s due to men’s disrespect for women. The solution, we are told, is to change male attitudes to women.

The reality is domestic violence is more complicated than that. It is far more likely to occur in poorer towns and suburbs, with a higher incidence in some migrant communities. And while we must look at domestic violence with clear eyes, it is not legitimate to tag someone as a potential partner-beater based on their background or postcode.

According to the Australian Bureau of Statistics, domestic violence against women is increasingly uncommon. Don Weatherburn of the NSW Bureau of Crime Statistics and Research recently stated there’s no evidence we’re in the middle of an epidemic of domestic violence. In fact, it has decreased over the 20-year period it has been studied, with the proportion of adult women experiencing physical violence from male partners in the preceding year down from 2.6 per cent in 1996 to 0.8 per cent in 2012.

Nobody denies there are still too many instances of domestic violence and that government resources should be used to protect the vulnerable. However, we should not assume they are only women. The research indicates there is one group been badly let down by government inaction — male victims.

Forty years of international research shows most children growing up in violent homes witness two-way violence between parents. While misogynistic attitudes can be found, the real triggers for domestic violence include alcohol and drug abuse, mental health issues and poverty.

The fight to end domestic violence has become a ridiculous political pantomime which we are meant to believe involves predatory, evil men who attack their helpless female victims.

(...) Domestic violence is not an extension of the anti-sexism battle of the past, and has nothing to do with wage inequality or the sharing of domestic chores. It is about physical violence, irrespective of the gender of the perpetrator or the victim. We need to stop letting down victims by refusing to face up to reality.


Diese Fakten sind seit Jahrzehnten Bestandteil der Forschungslage zu diesem Thema und werden von mir seit dem Jahr 2001 in meinen Büchern präsentiert. Als der damalige MANNdats-Vorsitzende Andreas Kraußer und ich sie vergangenes Jahr dem nordrhein-westfälischen Landtag vorstellten, kam es meiner Wahrnehmung nach zu hörbaren Unmutsbekundungen vor allem aus den Reihen der SPD. Ausgerechnet die Sozialdemokraten haben sich augrund ideologischer Blindheit davon verabschiedet, die sozialen Entstehungsbedingungen von häuslicher Gewalt angemessen wahrzunehmen.



11. Die kanadische Ottawa Sun bringt Universitäten nur für Männer ins Gespräch.



12. In Indien versucht man, ein Bewusstsein für die sexuelle Belästigung von Männern zu schaffen.

Mittwoch, September 28, 2016

Vermischtes vom 28. September 2016

1. Die CDU-Abgeordnete Jenna Behrends erklärte inzwischen per eidesstattlicher Versicherung, keine Affäre mit Peter Tauber gehabt zu haben. Aus Sicht der Berliner taz wird hier inzwischen das Opfer zum Täter gemacht. (Als "Opfer" gilt man in der taz, wenn man sich den Begriff "süße Maus" anhören musste. Über Männer hingegen darf frau natürlich schreiben, was sie will.) Und Birgit Kelle findet, dass Frauen in Sachen Sexismus viel besser sind.



2. Das Kuckucksvater-Blog rechnet vor, welche Belastungen das geplante Scheinvätergesetz für betroffene Männer bedeuten kann.



3. Vice hat die lesbische Landesvorsitzende der Jungen Alternative für Deutschland in Thüringen interviewt.



4. Angelina Jolie steht inzwischen im Verdacht der häuslichen Gewalt gegen Brad Pitt.



5. Männerfeindliches Buzzword des Tages: manterrupting. (Siehe auch hier, hier, hier und hier.)



6. An der Universität Princeton gibt es studentischen Widerstand gegen Sprachverbote im Zusammenhang mit dem Morphem "man" in Wörtern wie "freshman" oder "fireman".

(Gebt uns ein paar Jahre, und "man" ist nur noch in herabsetzenden Begriffen wie "manterrupting" erlaubt.)



7. Die Australierin Clementine Ford reiht sich bei denjenigen Feministinnen ein, die die Frage "Warum hasst ihr Männer?" nicht mehr hören können.



8. Auch der Washington Examiner kommentiert die Debatte zwischen Trump und Clinton: Clinton kümmert sich nur um einige junge Männer und Wo bleibt der Faktencheck zu Clintons Pay-Gap-Behauptungen?



9. Der britische Independent stellt die Männer vor, die sich einer Partnerschaft mit Frauen verweigern.



10.

You have probably heard the stereotype that men don’t like having a female boss. It is also often cited as one of the primary reasons preventing women from reaching higher positions, because of their fear of social disapproval. Often, this stereotype is expressed in the form of accusations, such as by saying that men’s masculinity is so fragile that they are afraid of strong womyn.

Yet, when tested empirically, the hypothesis that men dislike having female bosses did not hold. On the contrary, only women were shown to have more negative work experiences under a female boss. This is far from being the first time that men are blamed for women’s aggression towards each other.


Hier geht es weiter.



11. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir unter der Betreffzeile "Der Wert eines Männerlebens":

Da hat eine Frau einen Mann über den Haufen gefahren, er starb noch am Unfallort. Das AG Heidelberg verurteilte sie dafür ... Na, was meinst du?

Bewährungsstrafe und ein strenges Du Du mit erhobenem Zeigefinger des Richters? Nicht nochmal machen, sonst ..! Wäre ja das Übliche. Das Amtsgericht Heidelberg war nicht so streng. Sie verurteilte die Todesfahrerin zu einer Geldstrafe von sage und schreibe 3.000 Euro (60 Tagessätzen à 50 Euro).

Der "Mannheimer Morgen" berichtet kommentarlos in einer kurzen Meldung in seinem Newsticker Rhein-Neckar. Die Newsticker werden leider meist nur zwei, drei Tage vorgehalten, danach finde ich sie nicht mehr.

"Heidelberg: Geldstrafe nach tödlichem Unfall - Dienstag, 27.09.2016

Heidelberg. Im Prozess um die fahrlässige Tötung eines Handbikefahrers ist eine Autofahrerin vor dem Heidelberger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt worden. Die Frau hatte im Juni auf einer Feldwegkreuzung bei Kirchheim die Vorfahrt des 53 Jahre alten Handbikers missachtet. Er erlag noch am Unfallort den schweren Verletzungen des Zusammenstoßes. Der Staatsanwalt hatte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro gefordert. (miro)"

Zwar werden keine Hintergründe genannt. Dass auch der Staatsanwalt lediglich 90 Tagessätze forderte, deutet darauf hin, dass Entschuldigungsgründe durchaus vorlagen. Aber nichts, was ich mir denken könnte, würde ein so mildes Urteil rechtfertigen. Da ist immerhin ein Menschenleben ausgelöscht worden. 3.000 Euro krieg ich ja schon für zu schnelles Fahren, wenn schnell genug.

Dienstag, September 27, 2016

Vermischtes am 27. September 2016

1. Der Youtuber Till Engel stellt die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen vor. Ein starkes Video. Till Engel ist selbst kein Männerrechtler, ließ sich aber offenkundig von den Argumenten und Belegen eines maskulistischen Bloggers überzeugen.



2. Inzwischen liegen die Reaktionen der Bundestagsparteien auf die Sexismusvorwürfe von Jenna Behrends vor. Ein Auszug:

SPD-Vizechef Ralf Stegner fordert eine umfassende Auseinandersetzung mit sexistischem Verhalten in Politik und Gesellschaft. (...) Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) verurteilt Sexismus im Alltag und am Arbeitsplatz. Sexistische Sprüche und sogenannte Herrenwitze seien "nicht nur altmodisch, sondern völlig inakzeptabel", sagte Schwesig.

(...) Die Vize-Chefin der Linkspartei, Caren Lay, bringt einen Verhaltenskodex ins Spiel. "Ein Leitfaden kann Unbelehrbaren helfen, sich in einer gleichberechtigten Gesellschaft zurechtzufinden", sagte Lay dem Handelsblatt. Sexismus sei eine leider immer noch existierende "Waffe der Männer im Kampf um Posten, Macht und Einfluss, gegen die nur eine Strategie in Frage kommt: Null Toleranz". Die "sicherste Bank gegen Sexismus" sei und bleibe jedoch die Quote, so Lay.


Weil Sexismus in unserer Gesellschaft bekanntlich ein Tabuthema ist, muss sich natürlich auch die deutsche Bundesregierung äußern, wenn irgendwo ein Mann eine Frau als "süße Maus" beschimpft:

"Da, wo Frauen in unserer Gesellschaft noch immer herabgewürdigt werden als Frauen, da trifft das auf eine ganz klare Haltung, ablehnende Haltung durch die Bundesregierung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.


Zu den Unbelehrbaren, die bislang leitfadenlos im Stich gelassen werden, gehört hingegen die Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger (CSU). Sie beklagt ein Zeitalter des "Empörialismus":

Viele Einzelfälle, die uns als "Sexismus" präsentiert werden, halte ich hier schlicht für falsch abgelegt. Diagnose: kein Sexismus. Das meiste, was in diesem Zusammenhang ins Feld geführt wird, könnte man unter den Stichworten "unpassende Bemerkungen", "missglückte Komplimente" oder auch "schlechtes Benehmen" verbuchen.

So auch die im aktuellen Fall aufgeführten Beispiele. Unpassende Wortwahl oder eine Herrenwitzpointe sind für sich eben nicht sexistisch. Eine "große süße Maus" würde ich als geflopptes Kompliment sehen, nicht als Sexismus. Anders: Sobald ein Parteimitglied bei einer Wahl zu Vorstandsposten aber systematisch den Frauen die Stimme verweigert und aufgrund ihres Geschlechts nur Männer wählt, sehr wohl, weil es Auswirkungen auf die soziale Stellung von Frauen hat. Davon ist hier aber nicht die Rede.

Die Sprachpolizisten sind indes vor allem daran interessiert, prinzipiell alle verbalen Fehltritte unter "Sexismus" zu subsumieren. Warum? Weil sie auf diesem Gebiet die Deutungshoheit haben. Solange es sich nur um Kommunikationsprobleme oder Gossensprache (F-Wort) handelt, könnte man noch den allgemeinen Sprachverfall beklagen. Handelt es sich aber um "Sexismus", ist der Teil des politischen Spektrums zuständig, der so gerne die Empörungsmaschinerie bedient – los geht der "Aufschrei".

Wir sind im Zeitalter des Empörialismus – in dem einem mittels blitzartiger, großflächiger Aufregung bei Untergrabung argumentativer Tiefe eine Agenda aufgezwungen wird. Aus individuellen Kommunikationspannen eines Politikers wird dann ein "gesellschaftliches Phänomen", gerne auch ein "politisches Phänomen", konstruiert. Ich meine: Unpassende Bemerkungen kommen innerhalb und außerhalb der Politik vor, aber nur in der Politik bekommt man die ganze Breitseite der Empörung ab – da ist er wieder, der "Tugendfuror", den unser Staatsoberhaupt schon einmal angesprochen hat.

Bin ich selber auch schon Ziel eines missglückten Kompliments geworden? Sicher. War ich auch schon mal Opfer von Sexismus? Sicher nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, unpassenden Bemerkungen mit einer flotten Antwort zu begegnen und gut ist es.


Christian Schmidt durchleuchtet den Fall Jenna Behrends heute noch einmal gründlich.



3. Nach Sexismus-Vorwürfen muss eine Trierer Künstlerin ihre Bilder abhängen. Sie reagiert so:

Mana Binz hat zwar ihre Bilder abgehängt, ist über den Vorfall allerdings besorgt. "Verbotene Bilder haben immer ein Geschmäckle. Immer, wenn Bilder verboten wurden, waren das Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche. Man muss da schon – wehret den Anfängen – vorsichtig sein. Auch wenn ich das gerne als ein bisschen lächerlich abtäte. Aber es ist immer das erste wirklich ernst zu nehmende Signal, dass die Freiheit auch gefährdet ist."


Dieser Gedankengang täte auch der Debatte um das von Heiko Maas (SPD) geforderte Verbot "sexistischer" Reklame gut.



4. Übers Wochende gab es einen Sturm im Wasserglas über einen Satire-Antrag der Flensburger Linken, in dem diese Partei angeblich forderte, auch Begriffe wie "Papierkorb" und "Briefkopf" durchzugendern ("der/die Briefkopf/köpfin"). Recht schnell entpuppte sich das dann doch als Scherz. Dieser hinterlässt jedoch einigen Unmut: Bei mir bekannten Männerrechtlern, weil es immer schwerer wird, im Genderlager Satire und Ernsthaftigkeit auseinanderzuhalten, bei mir bekannten Linken, weil sie ihre Partei nicht als Juxpartei verstehen und weil es sie stört, wenn satirische Texte über lange Jahre hinweg als angeblich ernsthafte Forderungen durchs Internet geistern, und vom Bildblog wegen eines fragwürdigen Umgangs mit dieser (verunglückten) Satire.



5. Anne Wizoreks Blog "kleiner drei" plädiert für das Gendern mit Doppelpunkt:

Ich las: "Du gehörst zu den glücklichen Gewinner:innen einer Kaufoption". Riesige Freude erfüllte mich. Aber nicht nur das. Beim zweiten Lesen irritierte mich die Art und Weise wie dort gegendert wurde. Da war kein Sternchen mehr, kein Unterstrich, kein Binnen-I, sondern ein Doppelpunkt. Wie perfekt! Denn anders als der Unterstrich oder das Gendersternchen zieht er das Wort nicht so weit auseinander und schließt, anders als das Binnen-I, trotzdem alle Identitäten mit ein: Leser:innen, Sieger:innen, Kraftfahrzeugführer:innen – seht ihr, wie schön das aussieht?


Etwas später lästert die Bloggerin über den offenbar typischen "Alte-weiße-Männer-Zynismus". Toll, dass Feministinnen so engagiert die Herabsetzung verschiedener sozialer Gruppen bekämpfen und endlich eine Gesellschaft begründen, in der sich wirklich niemand mehr ausgegrenzt fühlen muss! Im weiteren Verlauf des Artikels beantwortet Lann Hornscheidt als ideale:r Gesprächspartner:in ein paar Fragen.



6. Finnlands öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt Yle zufolge, scheint Finnland unter den Flüchtlingen Frauen zu bevorzugen:

Finland's Immigration Service has given siblings different asylum decisions, despite their situations being very similar. Yle has investigated cases where the sister has been granted asylum but the brother refused — because Finnish authorities believe internal displacement is easier for men than women.




7. Off-topic: Ich habe mir heute Nacht die hitzige Debatte zwischen Clinton und Trump angeschaut und stimme der Mehrheitsmeinung zu: Clinton hat sich als deutlich überlegen präsentiert. Noch sehr viel klarer wird die Diskrepanz zwischen den beiden, wenn man sich die Zeit für einen Faktencheck der von Trump aufgestellten Behauptungen nimmt (siehe etwa hier und hier.) Ich kann bekanntlich keinen der beiden Kandidaten gut leiden, aber dass Trump sich kontinuierlich Dinge offenbar schlicht ausdenkt, die er dann mit theatralischer Selbstsicherheit vorträgt, nervt schon extrem.

Montag, September 26, 2016

Vermischtes vom 26. September 2016

1. Seit einiger Zeit geht es schon durch die Reihen der Väteraktivisten auf Facebook, jetzt berichtet auch Die Welt darüber: An Schwesigs Trennungskinder-Studie werden Zweifel laut. Kritiker befürchten verzerrte Ergebnisse und eine einseitige Sichtweise, nachdem das Untersuchungsdesign der Studie auf Anweisung des Ministeriums im laufenden Prozess verändert wurde. Bei den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats der Studie stößt dieses Vorgehen auf Kritik.

"Die Begründung der Entscheidung überzeugt weder die Wissenschaftler noch die juristischen Fachleute noch den gesunden Menschenverstand. Eine Studie, die verzerrt ist, richtet im Ergebnis mehr Schaden als Nutzen an." Noch grundsätzlicher äußerte sich die Nürnberger Familienrechtlerin Hildegund Sünderhauf, die ebenfalls im wissenschaftlichen Beirat sitzt. "Die Forschungsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie darf nicht durch politisch motivierte Vorgaben eingeschränkt werden, sondern muss wissenschaftlich nachprüfbaren Kriterien unterliegen", sagte Sünderhauf.




2. In der Debatte um die Sexismusvorwürfe Jenna Behrends gegen die Berliner CDU – Behrends hatte dort im Gegensatz zu etlichen Männern nach nur einem Jahr einen sicheren Listenplatz erhalten und beschwert sich nun über Diskriminierung – hat sich die Feministin Anne Wizorek inzwischen enttäuscht darüber geäußert, dass sich die Frauen-Union nicht mir Behrends solidarisiere: "Da sehen wir halt auch, wie stark verinnerlicht der Sexismus noch mal ein Problem ist."

Sandra Cegla, Vorsitzende der Frauen-Union, sieht Behrends in der Tat sehr kritisch:

Cegla sagte dem KURIER: "Sie kam vor etwa einem Jahr zu uns, war ein, zwei Monate sehr aktiv und fing dann an, gegenüber Mitgliedern des Vorstands über andere Mitglieder zu lästern." Das hätten ihr mehrere Frauen berichtet.

Offen gelogen habe Behrends nach einem Treffen mit CDU-Stadtrat Carsten Spallek. Der habe von ihr verlangt, 50 Texte für eine Wahlkampfbroschüre zu schreiben und dazu Fotos zu beschaffen. Cegla: "Die 50 hat sie vor Zeugen mehrfach wiederholt." Cegla fragte bei Spallek nach: "Er zeigte mir eine Mail an Jenna. Darin ist von fünf Texten die Rede, die vorformuliert waren. Und es gab den Hinweis, Fotos lägen vor."

Empört ist Cegla, dass Behrends sich als Vorkämpferin gegen Sexismus darstelle: "Ausgerechnet Jenna, die ihre weiblichen Reize spielen ließ und den Männern halb auf dem Schoß saß – ein Hohn." Cegla will mehrfach auf dieses Verhalten angesprochen worden sein.

Schriftlich ergänzt Cegla ihre Erinnerung um ein Vier-Augen-Gespräch mit Behrends am 15. April 2016 bei einer Parteiklausur, das Peter Tauber, Generalsekretär der Bundes-CDU, ins Spiel bringt. Sie zitiert Behrends: "Mit dem Peter Tauber, das muss jetzt aber unter uns bleiben, die Gerüchte stimmen. Ich hatte ein Verhältnis mit ihm." Cegla: "Hierzu kann ich eine Versicherung an Eides statt abgeben." Da sei es verwunderlich, dass Behrends sich beschwere, ihr würden Verhältnisse angedichtet.

(...) Zana Ramadani, Frauenrechtlerin in der CDU, legte dem KURIER einen Chat mit Behrends vom Herbst 2015 vor. Die Frauen machen sich da Gedanken, ob "Peter" homosexuell sei. Behrends schreibt (und beendet den Satz mit einem Zwinker-Smiley): "Also so, wie der auf mich reagiert, kann ich das ausschließen."


In der Frankfurter Allgemeinen kommentiert Don Alphonso diese Debatte in einem Artikel, der mehrere Themen verbindet. Zunächst einmal kritisiert er berechtigterweise ein aktuelles populistisches Gesetz:

In Deutschland werden Grundrechte mit Füssen getreten, denn gibt es ein gerade verabschiedetes, angebliches Prostitutionsschutzgesetz, gegen das die Sexarbeiterinnen und Verbände mit aller Kraft kämpfen. Es ist ein Gesetz, das datenschutzrechtlich Anlass zu grösster Sorge gibt, es zwingt Frauen zu einer Registrierung, die ein lebenslanges Stigma sein kann, wenn die Daten in die falschen Hände gelangen, es macht sie erpressbar und, wenn sie aus Ländern mit Verbot und Verfolgung von Prostitution stammen, möglicherweise auch zu Opern staatlicher und privater Willkür. Begründet wird das Gesetz mit der “saloppen“ Lüge der nach dem Gina-Lisa-Skandal immer noch nicht zurückgetretenen Frau Schwesig, es gäbe strengere Regeln für eine Pommesbude als für ein Bordell – offensichtlich hat Frau Schwesig noch keine bayerische Sperrbezirksverordnung gesehen. Alle Betroffenen verweisen auf die Erfahrungen aus anderen Ländern, dass dieses sogenannte Schutzgesetz mit Registrierungszwang für die Entstehung illegaler Strukturen sorgen wird, denen die Betroffenen dann wirklich hilflos ausgeliefert sind. Aus Gelegenheitsprostitution entsteht ein Gesetzeskonflikt, und der aus dem Gesetz entstehende Aufwand begünstigt Grossbordelle, die alles andere als frauenstärkend sind. Das Gesetz verschlechtert die Lage von zehntausenden Frauen in Deutschland,, viele davon in prekären Situationen, drastisch.


Vor diesem Hintergrund findet es Don Alphonso verwunderlich, dass stattdessen Jenna Behrends derart unangemessen starke Aufmerksamkeit erhält:

Die Frau ist eine Seiteneinsteigerin in der Union, bekam ohne die übliche Ochsentour einen guten Listenplatz und zog bei der Wahl mit der CDU in die Bezirksversammlung Berlin Mitte ein – und wirft ihr jetzt vor, ein Hort des Sexismus zu sein. Sie beklagt, dass man sie nicht zur Chefin der dortigen Frauenunion gewählt habe, und dass ein Bundestagsabgeordneter Streit mit ihr hatte. Da können die erwähnten CDU-Mitglieder übereinstimmend dementieren, was sie wollen, und ihrerseits über massive Probleme mit der karrierebewussten Frau berichten; Es ist wie bei Tim Hunt. Geglaubt, abgeschrieben, in den Vordergrund gerückt wird die Frau, der es bei ihrem Weg in ein Mandat nicht flauschig und glatt genug zugegangen ist. Die nicht mehr zu berichten weiss als eine etwas schräge Begrüssung und etwas, das an sich vollkommen normal ist: Dass Vorgesetzte, zumal, wenn es um öffentliche Mandate geht, genau hinschauen, ob die Nominierung und Förderung auf Basis fachlicher Kriterien stattfindet.


In Kathrin Spoerrs Artikel Diese Frau hat schnell gelernt, wie Politik funktioniert, veröffentlicht in der "Welt", heißt es:

Im Fall von Jenna Behrends war es ein bisschen anders. Bei ihr kam die Protektion von dem, der sie später mit den Worten "große süße Maus" an die Grenze ihrer Toleranz gebracht hat. Jenna Behrends hätte sich die Bemerkung verbitten können. Alternativ hätte sie darüber lachen können – so was passiert täglich tausendfach, wenn Männer und Frauen versuchen, in gestanzter Betriebsausflugsheiterkeit miteinander umzugehen. Hier aber war es so, dass nicht Henkel Behrends fallen ließ, sondern Behrends, nach einem Jahr offenbar schon Parteiprofi, den Dolch zog – denn nichts anderes ist ja so ein Brief.


Tenor des Artikels: Die Berliner CDU ist ein Haifischbecken. Und Jenna Behrends hat gerade bewiesen, dass sie dort ganz ausgezeichnet hinein passt.



3. Die Harry-Potter-Schauspielerin Emma Watson hat sich dieser Tage wieder mal feministisch positioniert – und verliert dafür zahllose Fans:

Ein Facebook-Fan schrieb daraufhin: "Ich habe allen Respekt für Emma verloren. Sie hatte so viel Potenzial und hat es für den Mythos Feminismus verschwendet." Fast 900 Kommentare sammelten sich unter ihrem Beitrag, darunter zahlreiche Negativ-Stimmen, die insbesondere von ihren männlichen Fans herrührten. (...) "Nur eine Anregung, du solltest mehr über die Gewalt gegen Männer sprechen, die realer ist, als die Gewalt gegen Frauen. Am Ende willst du Geschlechtergleichheit repräsentieren, und wenn du ihre Unterstützung willst, musst du ihnen auch Unterstützung entgegenbringen. Wir müssen für diesen Kampf zusammenhalten", schrieb ein männlicher Fan von Emma Watson. Ein weiterer Facebook-Nutzer schrieb: "Die größte Hürde, die ich in Nordamerika gesehen habe, sind extreme Feministinnen, die sich nur auf Nordamerika fokussieren und nicht auf die schrecklichen Dinge, die jungen und alten Frauen in Ländern passieren, wo Frauen nur wenig bis gar keine Rechte haben."




4. Eine Abgeordnete der britischen Labour-Partei, die sich auf häusliche Gewalt spezialisiert hat, entpuppte sich jetzt selbst als Täterin.



5. Zwischenstand der Spenden-Aktion für die Vorführung einer offenbar fairen Dokumentation über die Männerrechtsbewegung in Berlin: 1530 Euro liegen als Spenden vor, 830 Euro fehlen noch, die Aktion läuft noch 14 Tage.

Sonntag, September 25, 2016

Vermischtes vom 25. September 2016

1. Genderama hat schon des öfteren thematisiert, wie sehr in Berichten Mädchen als Opfer hervorgehoben und wie sehr im Vergleich dazu Jungen als Opfer unsichtbar gemacht werden. Man kann sich diesen Mechanismus immer wieder selbst vergegenwärtigen. Schauen Sie doch mal, wann in diesem Artikel über jahrzehntelangen Missbrauch an einer Darmstädter Grundschule – die Opfer waren durchgehend Jungen – zum ersten Mal auch das Wort "Jungen" auftaucht.



2. Durch die Medien wird aktuell der Fall von Jenna Behrends gejazzt, die über angeblichen Sexismus in der CDU klagt. Christian Schmidt sagt alles Nötige dazu.



3. Die Badische Zeitung hat der Genderforscherin Gabriele Dietze und dem Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera dieselben zehn Fragen gestellt.



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Kennst Du eigentlich diesen Film schon? Auf Youtube leider nur der Trailer. Aber die Dku ist komplett auf Netflix verfügbar und enorm anschaulich. All die Dinge über männliche Geschlechterrollen die man die letzten Jahre (bzw. schon immer) bei Genderama fand, werden da enorm plastisch bestätigt.

Ich wünschte ich könnte das [auf der Facebookseite von Ministerin] Schwesig posten. Aber sie würde es wohl eh ignorieren. Unter dem Trailer gibts natürlich auch wieder Kommentare, dass Männer nicht heulen sollen, sich männlich verhalten sollen und das sonst so Übliche.

Samstag, September 24, 2016

Vermischtes vom 24. September 2016

1. Heute erscheint mit dem Buch "Harry Potter und das verwunschene Kind" ein Nachfolgeband von Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Heptalogie im deutschen Buchhandel. Aus diesem Anlass anylsiert der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe das Vaterbild dieser Romanreihe.

Ironischerweise pflegt Daniel Radcliffe, der Filmdarsteller von Harry Potter, derweil die Männerrechtsbewegung als Feindbild.



2. Die Organisation PLAN sei nicht die einzige Gruppe dieser Art, die Jungen und Männer bei der Opferhilfe ausblende, argumentiert das Blog uepsilonniks. Dasselbe treffe auf die Organisation ChildFund zu.



3. Das männerpolitische Blog Alles Evolution berichtet über die geplante Deutschlandpremiere von Cassie Jayes offenbar fairen Dokumentarfilm über die Männerrechtsbewegung. Spendenstand bei der Aktion, ihn in einem Berliner Kino zu zeigen: derzeit 675 von den benötigten 2360 Euro. Kommt Leute, macht mit! Mit etwas Glück besteht sogar die Chance, dass feministische Protestler für zusätzliche Abendunterhaltung sorgen. :-)



4. In Ottawa hat die erste Konferenz kanadischer Männerrechtler stattgefunden. Sie wurde begleitet von Protesten des antimaskulistisch ausgerichteten Revolutionary Student Movement. Dessen Angehörige fordern, dass Männerrechtlern wo immer möglich öffentlicher Raum verweigert werden sollte, insbesondere an Universitäten. Die Männerrechtler bieten ihren Kritikern einen offenen Dialog an.



5. Das männerpolitische Blog Toy Soldiers antwortet einer Feministin, die darüber klagt, dass Feminismus immer noch mit Männerhass gleichgesetzt werde.



6. Das liberale Magazin "Reason" berichtet:

Remember that University of Oregon study about how historical depictions of glaciers have somehow undermined the cause of feminism? This one might actually be more absurd.

The syllabi for college-level STEM courses — science, technology, engineering, and mathematics — are "gendered" because they promote the idea that knowledge can be ascertained through reason. This is a masculine concept that hurts women's feelings and makes it difficult for them to succeed.

That's according to "Are STEM Syllabi Gendered? A Feminist Critical Discourse Analysis" of the STEM syllabi at one Midwestern university. The discourse was authored by the University of North Dakota's Laura Parson, and published in The Qualitative Report earlier this year.


Hier geht es weiter.



7. Triggerwarnung: Morton Shapiro, Präsident der US-amerikanischen Northwestern University, stellt klar: Alle, die die Existenz von Mikroaggressionen leugneten, seien "Idioten", und alle, die die Notwendigkeit von Triggerwarnungen bestritten, seien "Wahnsinnige".



8. Brad Pitt müsse sich darauf gefasst machen, nach seiner Trennung von Angelina Jolie von den Medien durch die Mangel gedreht zu werden, prophezeit der als "Männerrechtler" vorgestellte Journalist Martin Daubney.



9. Beweisen die vom FBI wiederhergestellten E-Mails Hillary Clintons, dass sie korrupt oder anderweitig für das Amt der US-Präsidentin nicht geeignet ist? Die amerikanische Öffentlichkeit wird es erfahren – aber natürlich erst nach der Wahl.



10. Die Post. Vorgestern hatte ich die Kritik Lucas Schoppes an einer Polemik Martin Rosowskis, Vorsitzender des Bundesforums Männer, verlinkt, in der eine diffuse Gruppe von Männern – offenbar solche, die politische Forderungen nach Menschenrechten und Gleichberechtigungen stellen – als "Jammer-Männer" denunziert wurden. Schoppe hatte darauf hingewiesen, welches reaktionäre Männerbild Rosowskis Gepolter zugrunde liegt: "Der Vorwurf knüpft an traditionelle Männerbilder an. Zum Ideal des soldatischen Mannes passt das Jammern zum Beispiel gar nicht."

Dazu schreibt mir nun einer meiner Leser:

Richtig, zu Soldaten passt jammern normalerweise nicht. (Ich halte JAMMERN auch ansonsten für Unsinn. Mit ein Grund weshalb mich die Feministen (m/w) mit ihrer Opferattitüde so anöden.) Soldaten beschweren sich und zwar sehr deutlich, wenn ihnen eine Ungerechtigkeit unterkommt. Zum Ideal des soldatischen Mannes gehört, dass er Unrecht sieht und bekämpft, und dass er den Mund aufmacht. So habe ich das jedenfalls in meinem Dienst gelernt und gehalten. Es geht hier um das Ideal, nicht darum, was sich manche darunter vorstellen.

Im Übrigen, Soldaten leben gerade nicht das "traditionelle" Männerbild. Das zeigt den Mann, der sich für seine Familie abarbeitet und dafür mit Sex belohnt wird. Soldaten (Frauen und Männer) halten, wenn es ernst wird, den Kopf für die gesamte Bevölkerung hin. Das haben sie geschworen und gelobt.

Das ist eine andere Haltung als die, die sich Klein Fritzchen vorstellt.

Dazu kommt, dass Schoppe über SS und Himmler redet, aber dabei aufs Heute zielt. Das ist eine unzulässige Verknüpfung. Das heutige soldatische Ideal ist weit vom nazistischen entfernt. Wir waren und sind die regulären Streitkräfte eines Parlaments, nicht eines Führers. Ideologie ist etwas Feines, wenn man etwas braucht um sich daran festzuhalten, aber man sollte schon drauf achten, in welcher Zeit man lebt.

kostenloser Counter